Faul auf Krk
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Zwei Jahre sind wir in der Pandemie im Heimatland festgesessen und nicht ans Meer gekommen. Heuer sollte es wegen meiner Augenerkrankung und ständiger Eingriffe im Krankenhaus wieder nichts werden.

So standen wir da: Beide voll geimpft und es sollte wieder nicht klappen?

Nicht mit uns. Denn ein Behandlungsstopp für fast den ganzen Juli hat uns sofort abhauen lassen. Egal ob Hauptsaison, die wir sonst akribisch meiden. Versehen mit allen Sakramenten sollte es keine Probleme geben.

3. 7.  Wanghausen  -  Radovljica                                                            Start 0 km     Ziel 288 km    gef. 288 km

Wegen Hauptsaison rechneten wir schon mit Stau und planten 2 Tage für die Reise nach Kroatien ein. Schon am Karawankentunnel eine volle Stunde Stau, da war der Zwischenhalt in Radovljica / Slowenien verdient.

Ein Mittelding zwischen CP und SP mittem im Wald und direkt an der Save hat uns sofort begeistert. Wir blieben gleich zwei Nächte. Der Platz is an eine Rafting Organisation angeschlossen, stört aber die ruhigen Camper in keiner Weise. Ein sehr empfehlenswertes Plätzchen für eine oder zwei entspannende Zwischenübernachtungen.
Da die Koordinaten im Netz falsch angegeben sind, verrate ich euch die Richtigen: N 46,19759  O 14,11229 Nur die Eingabe Rafting Center Tinaraft ist korrekt, die beiden anderen sind Lokationen in Bled und im Ort Radovljica.

5. - 15. 7.  Radovljica  -  Baska (Krk)                                                      Start 288 km     Ziel 520 km    gef. 232km

Die Weiterreise über Lubljana und Jelsane war problemlos teils AB und Landstrasse. Doch die Einreise nach HR stellte uns auf eine harte Probe. Immer bergauf je eine Wagenlänge vorwärts und das 1 1/2 Stunden lang, bis wir den kroatischen Grenzübergang Rupa erblickten. Die online Registrierung vorab kann man sich schenken, kein Kapplträger hat sich dafür interessiert. Soweit das Europa ohne Grenzen der Brüsseler Spitzen. Egal, irgendwann erreichten wir die Kvarner Bucht und damit die beeindruckende Brücke auf die Insel Krk.

Für unser Ziel Baska hatten wir noch die Insel der Länge nach zu durchfahren, was zwar kurvenreich aber flott, dank einer gut ausgebauten Bundesstraße zu erledigen war.
Links: Die Hauptstadt Krk mit seinem Jachthafen.

Spätnachmittags die Ankuft in Baska und schon der erste Anblick des nackten Felsens, der fast ein Wahrzeichen der Stadt ist. Auch ein unseliges Überbleibsel der Römer, die vor ca. 2000 Jahren die gesamte kroatische Küste für ihre Kriegsschiffe abgeholzt haben. Landeinwärts haben sich die Wälder erholt, aber in Küstennähe gilt:
ist der Humus einmal fortgeblasen, kommt er niemals wieder.

Einige Impressionen vom CP Mali samt seinen Künstlerinnen.

Das “Bieromobil” hat mich besonders beeindruckt. Leider war es während unseres Aufenthalts nicht in Betrieb. Es fährt mit 10 Pedaltretern, die Bier vom Faß bekommen. Mit an Bord sind noch Barmann  und Chauffeur.
Die Stadt Baska von weitem samt Bergkirchlein. Die Stadt haben wir intensiv besucht, das Kirchlein war uns zu anstrengend.

Die Altstadt ist auch während der Tageshitze gut zu besuchen, da die schmalen Gassen und alten Mauern eine angenehme Temperatur gewährleisten.

Wir staunten, warum so viele tschechische Touristen hier sind, bis ich mich bei einer Magistratsangestellten über Emil Geistlich erkundigte. Der Direktor aus Prag verliebte sich um 1910 herum in diese Stadt und machte sehr viel Werbung in seiner Heimat für Baska.
Das wirkt heute noch, ich schätze, daß etwa 50% der Gäste Tschechen sind.

So lag unser CP lag zufällig in der Straße Emila Geistlicha.

Eine traurige Geschichte hat mir ein Fischer erzählt, den ich befragt habe, wohin denn die vielen Fischkutter gekommen sind, die ich vor etwa 20 Jahren noch vorfand.
In lustigem Englisch hat er mir erklärt:

First goes fish, then goes fishermen. Im Ernst hat er gemeint, die östliche Adria ist leergefischt. Man sieht das auch im Restaurant, es wird kein einheimischer Fisch mehr angeboten.

Er wird die Fischerei auch nur mehr solange betreiben, wie sein alter Vater lebt. Denn das Ende seiner Zunft würde er nicht überleben.
Er war sehr erfreut, daß sich wenigstens noch jemand dafür interessiert, deshalb war er wohl auch so gesprächig.

So sieht der Hafen heute aus: Nur mehr Privatboote.
Rechts die Markuskapelle, die über 1000 Jahre alt sein soll.

Was wäre Urlaub am Meer ohne Baden, Schwimmen und Seepferdchen spielen? Doch in der Hauptsaison geht es anders zu, als wir es bisher gewohnt waren.

Wie es am Wochenende aussah, will ich nur mit dem linken Bild andeuten. Rechts ein ruhiger Abend, doch von Cres her ballen sich Wolken zusammen, die uns das einzige Gewitter dieses Urlaubs brachten.

Die elf Tage Meerurlaub waren natürlich viel zu schnell um und schon musste wieder Richtung Norden gefahren werden. Ein letzte Blick zurück, bereits 5 km nördlich von Baska.

15. 7.  Baska  -  Lendava  -  Unterschwarza                                            Start 520 km     Ziel 998 km    gef. 478 km

Wir hatten noch Lust auf ein bis zwei Thermentage, Lendava war unser Liebling in SLO. Lange Anfahrt durch das ganze Land und was mussten wir erleben? Die ganze Anlage verkommen und verlottert. Alles außer Betrieb, SPA, Hotel, CP wirklich alles, obwohl auf ihrer Homepage steht, alles wäre in Betrieb. Auch ACSI verschweigt das Debakel.

Man könnte auf der ungemähten Wiese für € 18.- pro Person stehen, allerdings ohne jegliche Versorgung. Nach einem Blick durch das Tor haben wir dankend verzichtet.!

Also, wieder retour nach Maribor, dort über die Grenze und auf zum ersten SP, es war natürlich bei Thomas und Ulli. Beide sind schon in Pension und managen den vergrößerten SP.
Das Jungvolk betreibt das Restaurant und die Backhendl schmecken gut wie immer.

16. 7.  -  19. 7.  Unterschwarza  -  Weiz                                            Start 998 km     Ziel 1074 km    gef. 76 km

Eine ebenfalls lange aufgeschobene Einladung zu meiner Lieblingscousine konnten wir auch gleich noch anhängen, wenn wir schon so nahe waren. Viel Plauderei, natürlich auch wie wir alle durch die Pandemie gekommen sind waren ein nie versiegender Brunnen. Ohne Buschenschank sind wir natürlich nicht ausgekommen.

Doch die Beine wurden auch trainiert bei einem Besuch der Teichalm mit seinem Moorweg, den wir bei unserem letzten Besuch noch nicht vorfanden. Sehr interessant und lehrreich, speziell für unsere Kräuterweiblein.

Die Umrundung des Teiches war sowieso obligatorisch. Das Wetter war an dem Tag etwas frisch und bewölkt. Das war uns nach der vielen Hitze in Kroatien gerade recht und hat uns so hervorragend auf daheim eingestellt.

20. 7.   Weiz  -  Wanghausen                                            Start 1074 km     Ziel 1471 km    gef. 397 km

Heimfahrt wie immer durch die wildromantischee Weizklamm, dann über den Rechberg, Frohnleiten, Bruck, Liezen, Schladming, Salzburg, etc......

Letzte Rast kurz hinter Liezen an einem Bio Platzerl. Ja richtig ihr seht mich als Fahrer Bier trinken. Aber es ist das ganz neue isotonische, alkoholfreie Weißbier aus Bayern. Es schmeckt ausgezeichnet und hat auch nur halb soviele Kalorien wie Vollbier. Auch ein Diabetiker weiß sich zu helfen, wenn er nur ein bisserl sucht.

Fazit: Es war keine spektakuläre Reise, aber sehr erholsam, nach der langen Womo Abstinenz. An den Grenzen gab es keine Corona Schikanen, aber doch längere Wartezeiten.

Wie immer gilt unser Dank euch virtuell Mitreisenden.

                                Lockerine & Locker

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