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Diese Reise sollte uns nach Dalmatien, Montenegro immer die Küstenstraße entlang bis Albanien führen. Albanien sollte in einer Art Rundreise besucht werden. Hier waren selbst bei der Abfahrt noch etliche Fragezeichen offen, da insbesonders die Angaben über Straßenbeschaffenheit in den Reiseberichten sehr widersprüchlich waren. Ob wir die Gebirgspässe im Südosten befahren würden, wollte ich erst unterwegs durch direkte Befragung Einheimischer entscheiden.

26. 4. Wanghausen - Unterschwarza                                                                 384  km                  Ges:  384 km          

Der erste Tag, wie immer wenns nach Südosteuropa geht, führte uns zum Backhendlwirt Unterschwarza. Er lädt zum letztmaligen Genuß der österr. Küche ein und der angeschlossene Stellplatz bietet alles, was wir brauchen und zudem einen ruhigen erholsamen Schlaf. Wir haben noch einen großen Verdauungspaziergang gemacht und dabei beschlossen, als nächstes Plitvice anzufahren. Denn wir waren schon so oft in Kroatien, aber diese Seenpracht haben wir noch nie zu Gesicht bekommen.

27. 4. Unterschwarza - Plitvice                                                                 271  km                  Ges:  655 km          

Die Weiterfahrt bescherte uns schon kurz nach dem Grenzübertritt in Mureck Slowenien Trauer tragend mit dichten Wolken und einsetzenden Regen. Bis Ptuj blieb uns dieser dann erhalten. Hier hieß es aufpassen, nicht auf die Autobahn zu geraten, denn ich zahle nicht € 30.- für eine einmalige Durchfahrt von 70 km. Sie bauen aber schon fleissig an den restlichen km AB bis zur kroatischen Grenze. So wird wohl nächstes Jahr dieser Schleichweg auch wegfallen.

Auch in Kroatien blieb uns der Dauerregen treu. Die AB bis Karlovac war natürlich kein Problem, aber dann die restlichen ca. 170 km Landstraße mit ständigen Ortsdurchfahrten hatten es in sich.
An diesem jämmerlichen und einzigen SP von Plitvice (€ 20) angekommen, wollten wir gleich weiterfahren, da die enorme Schräge keinen guten Schlaf versprach, Keile halfen da nicht viel. Aufgrund der Müdigkeit blieben wir doch, auch von der Chance einer Wetterbesserung bestärkt. Wir marschierten noch in das Dorf und weiter zum Eingang Nationalpark. Nachdem es einfach schon 5 km waren, beschlossen wir für den Besuch ein Taxi zu nehmen. Petrus ersparte uns aber die Ausgaben,denn es goß am nächsten Morgen wie aus Kübeln und dazu kräftiger Wind. Nein Danke, bei solchem Wetter müssen wir nicht dabei sein. Beim hektischen Abbau vergaß ich auch noch mein Sat-Stativ vor einem Vorderrad. Dieses habe ich dann eigenhändig totgefahren. So ist aus dem Tripod ein verbogener Zwiepod geworden, der immerhin noch den ganzen Urlaub überstand.

28. 4. Plitvice  - Sibenik                                                               266  km                  Ges:  871 km          

Er ist schon sehr “anlehnungsbedürftig” geworden. Doch er trägt den Satspiegel brav. ;-)

Jetzt wollte ich einfach ans Meer, Süßwasser hatten wir schon genug. Bei Sibenik gab es zwar einen schönen ACSI Platz, doch Schönwetter hatte auch er nicht zu bieten. Eigentlich wollten wir endlich irgendwo ein paar Tage bleiben, um nicht in unsere frühere Unrast zu verfallen.

29. - 30. 4. Sibenik - Podaca                                                               270  km                  Ges:  1041 km          

Endlich Sonne und Meer, da verzeihen wir auch den öden Ort und CP. Denn 4 km weiter nördlich hätte es ein schönes Städchen Zaostrog mit viel Leben und dem sehr guten CP Viter gegeben. Na vielleicht bei der Rückreise? Den alten Ort Podaca in den Bergen haben wir zu Fuß erwandert.

1. 5. Podaca  - Kotor / Montenegro                                                             205  km                  Ges:  1246 km          

In Dalmatien ist es ganz einfach Pflicht, als Urlauber die Küstenstraße zu befahren. Nach jeder Kurve tauchen neue überraschende Anblicke auf: Steilküste, Meer, kleine und große Inseln. So haben wir für die gut 200 km den ganzen Tag gebraucht mit unzähligen Fotostopps, kurzen und längeren Rastpausen. Es war wieder einmal ein Traum und die viele Dreherei am Lenkrad war fast vergessen.

Ja, die dalmatinische Küste entlang zu fahren übertrifft viele andere Küstenstraßen an Reiz, weil oft ausser offenem Meer kaum was zu sehen ist. Hier jedoch wirken die unzähligen Inseln, wie von Riesen beim Spielen hinterlassen.
Freilich weiß ich über die vulkanische Tätigkeit als die wahre Ursache dieser einmaligen Inselgruppierungen. Doch das ist  viel trivialer als die obige Vorstellung.
Jammerschade, daß man hier nirgendwo frei übernachten darf. Platz wäre genug, aber der Schnellrichter winkt.

Dubrovnik, ob von Norden, ob von Süden ist immer sehenswert.

Doch weiter ging die Fahrt, drei Grenzübergänge standen noch an und wir wollten auch einmal die Bucht von Kotor umfahren. 2015 haben wir ja per Fähre abgekürzt. Gleich beim Einfahren in die Bucht kam dieser stolze Kreuzfahrer vorbei. Ob er wohl dasselbe Ziel hat wie wir?
Ja er hatte. Und da wir 35 km um die Bucht herum brauchten, und er nur wenige km nach Kotor, hat er leider gewonnen. Aber die Bummelei um die Bucht war recht amüsant, lauter kleine Urlaubsdörfer mit ihrem eigenen südlichen Charme säumten unseren Weg.

Es ist schon ein eigenartiges Gefühl, wenn man im Stadtpark spaziert und ein Kreuzfahrer ragt wie ein Hochhaus auf.

Kotor, diese alte Handelsstadt, heute Weltkulturerbe war im Mittelalter durchaus  Venedig und Dubrovnik im Adriabereich ebenbürtig. Heute eine Kleinstadt mit etwa 5500 Einwohnern. So kann man sich das Chaos gut vorstellen, wenn die etwa 8000 Passagiere der neuesten Super-Kreuzfahrtschiffe die Stadt heimsuchen.

Wir hatten Glück, an dem Tag war der Norweger mit “nur” 2500 Passagieren im Hafen.
Ich gestehe, ich bin ein echter Schifferl- Narr, doch ich verstehe auch die Bedenken Andersdenkender zu diesem Gigantismus.
Das rechte Bild zeigt den mit Wehrmauern geschützten Weg hinauf zur ehemaligen Burg, jetzt mehr als Ruine zu bezeichnen.

Am Abend, schon etwas fußlahm von der ausgiebigen Stadtbesichtigung, gab es von unserem tollen Stellplatz (danke Wickerl) aus noch eine feine Vorstellung: Das elegante Auslaufen der Norwegian Star. Doch wenn man glaubt, so etwas wäre nicht mehr zu toppen, dann wurden meine noch schlafmüden Augen am frühen Morgen vom Einlaufen der Majestic Princess voll erwischt. Dieser Pott der neuen Superklasse kann in den Hafen nicht mehr einfahren, sondern ankert etwa einen km vor Kotor. Die winzig anmutenden orangen Boote fassen jeweils etwa 50 Personen für den Transport nach Kotor.

2. 5. Kotor - Budva                                                                                                20  km                  Ges:  1266 km          

Die Weiterfahrt an die Bucht von Budva war ganz kurz, aber der CP leider geschlossen.

Die Zeit verging uns auch so recht schnell, wir standen frei im Garten eines Restaurants. Tagsüber baden und am Spätnachmittag ein Spaziergang zwischen Felsen und Geröll gab dem Tag sogar etwas Abenteuerliches. Abends natürlich Einkehr im Restaurant, wo wir unerwartet gut aßen und gratis WLAN hatten. Sobald man Kroatien hinter sich gebracht hat, ist Freistehen überhaupt ken Problem.

3. - 5. 5. Budva  -  Ulcinj                                                                                            84  km                  Ges:  1350 km          

Gleich nach Budva kommt man auf der Küstenstraße an dieser reizenden Insel Svieti Stefan vorbei, die wohl jeden Touristen zum Anhalten verführt. Natürlich auch uns. Der Damm wurde erst in der Neuzeit aufgeschüttet. Der ehemalige Fischerort wurde leider in der überbordenden Tourismusphase vollständig in eine Hotelstadt mit gewaltigem Preisniveau umgebaut. Spa und 5-Sterne lassen grüßen. Uns Normalbürgern bleibt halt noch die schöne Ansicht. Diese haben sie wenigstens noch nicht mit Glas- und Betonpalästen ruiniert.

Montenegro ist ein kleines Land mit nur etwa 120 km Küste. An dieser befinden sich nur 3 namhafte Städte: Budva, Bar und Ulcinj.

In Bar fanden wir keinen attraktiven CP, dafür diese schöne orthodoxe Kirche. Auch gibt es dort einen riesigen IDEA Markt, wo wir mit € wieder unsere geschmolzenen Vorräte auffüllen konnten.

Also weiter nach Ulcinj, das wir schon kannten. Diesmal nahmen wir aber den stadtnäheren CP Miami Beach. Die wenig attraktive “Altstadt”, Bauzeit um 1920 bietet am Freitag einen Markt, den wir per Drahtesel besuchten.

Ruft der Muezzin aus dem Hotel? Nein das Minarett steht schon 20 m dahinter.

Der Markt bot von lebenden Federvieh über Obst, Gemüse, Nüsse aller Art, bis zu Fahrradschlössern, Gürteln, etc... für jeden Bedarf etwas.

Hier endet der RB Hinreise, denn die nächste Etappe wird uns nach Shkodra der großen alten Stadt im Norden Albaniens führen.
Wer uns begleiten will, drücke den Button Albanien.

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