Diese Reise sollte der Erholung dienen und darum
auch nicht allzu viel Zeit für das Fahren aufgewendet werden. Die westungarischen Thermen kann man alle bequem per Landstraße erreichen. Deshalb haben wir auch keine AB Vignette erworben.
Der geneigte Leser möge sich auch bitte keine Bilder
von den Thermen selbst erwarten. Diese sehen ohnhin alle ähnlich aus und sind meist noch von osteuropäischem Charme geprägt. Einzige Ausnahme ist Papa: alles neu, alles wunderschön angelegt. Uns waren vielmehr die Eindrücke von den besuchten
Städten selber wichtig.

Mosonmagyarovar 27.4.2009
diese blitzsaubere Thermen Stadt war schon in weniger als einer Stunde erreicht. Eine sehr attraktive Fußgängerzone lädt zum Bummeln ein. Einige Cafes und
Straßenlokale wurden gerade eröffnet, aber es war noch nicht so richtig Saison. Man merkt auch die Grenznähe: Es gibt hier unwahrscheinlich viele Zahnärzte.

Ein Obelisk, der an die Gefallenen des ersten Weltkrieges und den Zusammenbruch der k&k Monarchie erinnert.

Der Name dieses Brunnenwächters ist mir leider entfallen.

Ein Kaiserbaum in voller Blüte. (Blauglockenbaum) Wir erfuhren auch wie er zu dem Namen kam:
Kaiser Franz Josef hat ihn zu seinem Lieblingsbaum erklärt. Darauf haben schlaue Verwaltungsbeamte überall Wert darauf gelegt, dass der Kaiserbaum gepflanzt wurde. So konnten die Städte leichter mit einem späteren Besuch seiner Majestät
rechnen.

Trotz so viel Schönheit wollten wir nach 3 Tagen weiter die Donau entlang nach Komarom. denn dort wurde gerade der 18. Jahrestag der “Wiedervereinigung” mit Komarno kräftig gefeiert.

Diese beiden Städte verbindet eine lange und wechselvolle Geschichte. Seit der Gründung im Mittelalter war es eine
einzige Stadt. Erst 1920 wurde der Teil rechts der Donau Ungarn und der Teil links der Donau der Tschechoslowakei zugesprochen.
Bezeichnenderweise heisst die Stahlbrücke zwischen den beiden Städten: Brücke der Freundschaft.



Auch zeitgenössische Architektur findet sich in Komarom
Um die Therme gruppieren sich 3 Campingplätze, wobei andere Camper den Platz Solaris direkt neben der Therme als den schlechtesten empfanden. Wir konnten es nicht nachvollziehen, denn er war sauber, die Parzellen genügend groß und sogar WLAN gab es kostenlos. Als einziger der drei hat er ein kleines Geschäft und vor allem den Pörkölt Koch! Der Mann ist eine Wucht und sein Essen erst. Dazu ungarisches Bier vom Faß. Herz was willst du mehr?

Natürlich gehört ein Besuch der “unsichtbaren” Festung hier ins Programm. Wir kennen Festungen nur auf Bergen und Hügeln und so dominieren sie schon von Weitem. Nicht so
Komarom: Die Festung ist in einer riesigen Erdmulde versteckt und alle Dächer mit Erde und Begrünung versehen. So konnten die Angreifer, die meist von der Donau kamen, die Festung erst sehen, wenn es zu spät zum Rückzug war.

Rechts ein Modell des Hauptgebäudes der Riesenanlage. Aber an den Tagen um den
ersten Mai war hier alles vom Wiedervereinigungs-Volksfest geprägt. Dies wurde nach dem Fall des Warschauer Pakts möglich. Es hat zwar politisch keine Bedeutung, Komarno gehört nach wie vor zur Slowakei, aber auf Bürgermeister Ebene ist es
eben für das Lokalkolorit eine Bereicherung und auf jeden Fall ein gewichtiger Grund, jedes Jahr kräftig zu feiern. Siehe die Festung im Jahrmarkt Rausch:
Heute
hat die Festung einen eher musealen Charakter und im Hauptgebäude befindet sich sogar ein liebevoll gepflegtes Waffen- und Uniformen Museum. Leider alles hinter Glasvitrinen, deshalb kaum reflexfrei zu fotografieren.




Selbst “Gelsenkirchner Barock” aus Rumänien wird hierher gebracht und feil geboten. Käufer haben wir nicht gesehen.
2.5.2009 ein Tag in Komarno





Die etwas bedrückende St. Andreas Kirche
Das Rathaus aus 1875
Es stimmt schon:
Himmel und Hölle liegen ganz dicht beisammen.


Aber auch die Plattenbauten sind noch vorhanden



Zum krönenden Abschluß, ein paar Ansichten des gelungenen Neubaues Europahof. Das ganze Areal wird auch Europaplatz genannt. Es kann spekuliert werden, woher das Geld dazu kam.
Schild an einem Bankeingang
Müde von dem vielen Feiern verlassen wir am 3.5.09 die Donau und zuckeln wieder auf Landstrassen Richtung Papa.




Heute genießen wir das sehr dünn besiedelte Land und entdecken auch einige Seltenheiten in der Natur: links oben, die weiße Kuckucksblume, rehts unten den Wiedhopf
Naja, und weil wir eben so arg gebummelt haben, (für 80 km den ganzen Tag) erreichen wir erst in der Dämmerung Papa


Schnell eingecheckt und auf ein Seidel an die schöne Bar





Doch nicht nur Bars, auch die kleine Altstadt samt den beiden wuchtigen Kirchen wurde besucht.
Hier ist Esterhazy City. Auf fast allen historischen Bauwerken wird darauf hingewiesen, dass Esterhazy der Erbauer sei.
Unten: Auch so können Sanitäranlagen aussehen.
Der Grof muss ein fleissiger Maurer gewesen sein.
Bravo und Respekt!
Links: Gewitter überm Campingplatz

Auch hier ging die Zeit wie im Flug vorbei und wir fuhren am 7.5.2009 weiter Landstraße Richtung Sarvar
Der CP ist eine herbe Enttäuschung: Kleine Parzellen, ziemlich voll und eine unverschämte Preiserhöhung gegenüber 2008. Wir sollten für 2 Personen + Hund, Strom und Stellplatz über € 40.- pro Tag bezahlen. Wir haben dankend abgelehnt und der schönen Therme nur einen Halbtagsbesuch abgestattet. Auf dem Schotterplatz kann man unbehelligt mit dem Womo gratis parken.


Dann war es auch schon wieder an der Zeit, Ungarn zu verlassen und an die Heimreise zu denken. Direkt am Weg ;-) kamen
wir in Heiligenbrunn
vorbei. Prima Gelegenheit, die erschöpften Uhudler Vorräte wieder aufzufüllen. Aber ich muss euch warnen: Durch den Dauerregen im September 2008 ist der Uhudler heuer leider bei Weitem nicht so gehaltvoll, wie sonst gewohnt. Dieser Eindruck wurde mir auch von Frau Pfeifer ehrlicherweise bestätigt.
Weiter ging die Fahrt zum letzten Tagesziel: Sinabelkirchen

Das Weingut ist relativ weit oben am Berg und wenn man das Womo erst einmal abgestellt hat, will man den Platz nicht
mehr so gerne verlassen. Familie Timischl ist sehr Womo freundlich und gestattet gerne die Übernachtung. Der Platz ist halt ein bissl schräg. Da gerade nicht ausgesteckt war, haben wir uns so mit der Winzerfamilie zusammen gesetzt und bei
Speis und Trank einen herrlichen Ausklang dieser Reise genossen. Und in dieser bescheidenen Umgebung mussten wir die Nacht verbringen. Ja Österreich hat schon
auch was.
Übrigens: Uhudler hat seit 2008 keinen Gebietsschutz mehr und so haben wir auch den Timischl Uhudler verkosten dürfen. Der braucht sich vor dem Südburgenländischen absolut
nicht verstecken.
Dass auch Vorräte für das “Restjahr” an anderen Köstlichkeiten eingekauft wurden, versteht sich von selbst.
Die Heimreise verlief unspektakulär. Mit dem letzten Bild will ich speziell Haselmaus eine Freude machen, weil sie dort so selten hin kommt.

