Peleponnes

10.-12. 4. Nafpaktos - Glifa                                                                                   gef. 114 km          Gesamt 1083 km    

Endlich ging es auf die große Insel, die der Peleponnes ja ist seit dem Bau des Kanals von Korinth. Jetzt war auch das Benutzen dieser tollen Brücke nach Patras angesagt. Bei weitem nicht so spektakulär wie das Ansehen, dafür mit kräftigen € 20,50 berechnet. An Patras vorbei leisteten wir uns die AB, um gleich dahinter wieder eine Küstenstraße aufzusuchen.

Reife Zitrusfrüchte, orthodoxe Kirchen, kleine Küstenstädte, wie Varda, Vartholomio säumten unseren Weg. So kam nie Langeweile auf, auch wenn man auf den weißen Straßen nicht wirklich vorwärts kommt. Was solls? Wir sind ja in Griechenland und da hat man Zeit. In Glifa suchten wir den ersten ACSI Platz auf, der uns aber gar nicht gefiel. Deshalb ab zum Zweiten. Ein absoluter Glückgriff.

Entschuldigt, daß ich mit dem Waschhaus anfange, aber Ionion Beach ist wirklich ein CP der Superlative. Sicher der schönste CP unseres bisherigen Camperlebens. Direkt am Meer mit eigenem Strandabschnitt, Springbrunnen, Blumenrabatte, Pool, ein prima geführtes Restaurant, ja was will man denn noch mehr. Ich war hier sogar das erste mal schwimmen, trotz nur 16° Hier wollten wir das griechische Osterfest verbringen, da wir vorgewarnt waren, daß zu den Feiertagen alles auf 2 oder 4 Rädern unterwegs ist.

Doch das Tollste sollte noch kommen: Der CP Chef lud alle Gäste zum gemeinsamen Osterschmaus ein. Salate, Gyros, Würste waren die Vorspeise. Dann natürlich das Lamm, 5 Stunden über Holzkohle vom Olivenbaum gegrillt. Dazu Retsina, Rotwein, Mineralwasser und hinterher ein kräftiger Ouzo rundeten das Festessen ab. Später gab es noch Kaffe und Tiramisu.

Wir haben uns mit einem deutschen Pärchen sehr angenehm unterhalten, das genau so überrascht war über die wirklich einmalige Gastfreundschaft unseres grichischen CP Besitzers. Dieser sprach auch noch fließend deutsch, sodaß wir auch immer bestens informiert wurden, warum das jetzt so und nicht anders zubereitet wird.

Auch lockerine hat brav zugelangt, kriegt man Lamm sicher nirgends besser. Der Herr hinter uns hat es mit dem Guten in fester und flüssiger Form wohl etwas übertrieben. Weil wir so gesittet waren, gab es auch noch einen stimmungsvollen Sonnenuntergang als krönenden Abschluß.

13. 4. Glifa - Katokolo                                                                                               gef. 93 km          Gesamt 1176 km    

Ja auch das ist Griechenland. Speziell am Rand von größeren Städten “zwischengelagerter” Müll ist schon eine Beleidigung von Auge und Nase.

Unsere Weiterfahrt brachte uns zunächst nach Olympia. Eine quirlige Stadt mit zig Boutiquen, Souvenirläden und Restaurants. Wir vergaßen leider, daß die antiken Ausgrabungsstätten zu Ostern geschlossen waren. Aber Stadtbummel und Restaurantbesuch waren auch schön.

Das Bild “locker mit Dackelblick” entstand in der Wartezeit, bevor Speis und Trank serviert wurden.

Anschließend Weiterfahrt nach Katokolo, wo wir direkt im Hafen einen SP fanden. Uns vis a vis der deutsche Kreuzfahrer Berlin, der “nur” etwa 1500 Gäste transportiert. Mit einigen kamen wir ins Gespräch, da nicht alle die Busse nach Olympia nutzten, sondern durch die Stadt bummelten.

Oben und rechts noch einige Eindrücke aus Olympia. Was ein Hexenladen mit der olympischen Idee zu tun hat, blieb mir allerdings ein Rätsel. Auch sonst ist die Stadt schon etwas über unseren Geschmack touristisch vermarktet

Besonders originell fand ich den echten Wasserhahn.

Am nächsten Morgen wurden wir durch lautes Tuten um 6.00 Uhr geweckt. Ein Kreuzfahrer der Superklasse war eingelaufen und belegte den gesamten Anlegeplatz. Fracht: Etwa 4000 Besucher für Olympia. Wir verzichteten, dort nochmals hinzufahren, denn alte Steine würde wir noch genug finden mit weniger Menschengewusel dazwischen.

14. 4. Katokolo - Finikounda                                                                                      gef. 182 km          Gesamt 1358 km    

Der Mensch denkt und Zeus lenkt: Vor lauter Schauen verfuhr ich mich bei der Weiterfahrt nach Süden und kam wieder nach Olympia, aber diesmal über eine Höhenstraße und wir sahen ganz Ancient Olympia von oben mit bereits hunderten Touristen dazwischen.

Wir fuhren aber diesmal wirklich südwärts. Es ging jetzt auf engen Straßen mit wenig Verkehr, jedoch durch viele Städte, wie Krestena, Zaharo, Kiparissia vorerst nach Filiatra, wo wir am Strand Mittagsrast hielten. Das wäre auch eine prima Gelegenheit für eine Übernachtung, aber ich wollte noch bis ans unterste Ende des linken Fingers nach Finikounda kommen.

Die wunderschöne Altstadt hat uns begeistert. Enge Gassen durch die sich aber auch Autos und Mopeds drängen. Viele Tavernen und Bars, weil es ja auch eine Hafenstadt ist. Und wie man rechts sieht, sexy ist Finikounda auch.
Der sehr gepflegte CP hat uns überzeugt, noch eine Nacht anzuhängen. Dann kommt der Übermut auf und wir haben gleich Orangenmarmelade eingekocht. Ein 5 kg Sack beim Straßenhändler kostet nur zwischen 2 und 3 €. Typisch lockerine hat sie natürlich Leergläser und Gelierzucker heimlich an Bord geschmuggelt. Letzteres fanden wir nicht in GR.

16. 4. Finikounda - Ag. Nikolaos                                                                                     gef. 117 km          Gesamt 1475 km    

Die Ostseite des Fingers ging es wieder hinauf durch schöne Ortschaften, dann durch die beiden großen Städte Messini und Kalamata, die zwar nicht besonders attraktiv waren aber durch die Supermärkte Gelegenheit gaben, unsere Vorräte wieder aufzufüllen. Durch riesige Orangenplantagen fuhren wir dann am Mittelfinger bis Ag. Nikolaos, wo wir einfach auf einer stillgelegten Baustelle direkt vor dem Hafen übernachteten.

Ein Fischerdorf mit ein bißchen Tourismus, war genau das was wir jetzt nach den beiden Großstädten brauchten. Ein gemächlicher Abendspaziergang durchs ganze Dorf bis zur Kirche und dem Leuchtturm war in einer knappen Stunde absolviert.
Zu unserer großen Überraschung gesellte sich ein VW Bus mit SL Kennzeichen zu uns. Welch ein Hallo, der erste SL auf der Reise.

Egal ob in der letzten Abendsonne oder im ersten Morgenlicht, das Fischerdorf war immer eine Augenweide. Die Baustelle lächelten wir einfach weg.

17-19. 4. Ag. Nikolaos  - Githio                                                                                   gef. 117 km          Gesamt 1523 km    

Weil es so gesellig war, beschlossen wir auch noch zum Kap hinunter gemeinsam zu fahren.

Unseren Plan gleich bis zum Kap hinunter zu fahren, haben wir wegen eines vereinbarten Treffens mit Womolixxi, einer sehr netten  Camperin aufgeschoben und sind gleich quer durchs Land der Mani gefahren. Die Hauptstadt Areopoli mit ihren nur 6000 Einwohnern passierten wir nur, haben einen Besuch jedoch fix für die Rückfahrt vorgemerkt. Hier fiel uns die durchgehende Steinbauweise auf, egal ob Kirchen, alte oder neue Häuser. Sehr schön und nur in der Mani anzutreffen.

Über das Gebirge mit seinem engen Straßerl mit vielen Serpentinen trafen wir auf dem sehr empfehlenswerten CP Githio Bay ein. Etwa 5 km südlich der Stadt gelegen. Kaum eine Stunde später traf auch Christine (Womolixxi) ein und ein großes Erzählen setzte ein, fuhr sie doch die Peleponnes Umrundung in umgekehrter Richtung zu uns und wir trafen uns ziemlich mittig.

Eine gemeinsame Radltour nach Githio gehörte genauso zum Programm, wie eine lange Strandwanderung mit Flußdurchquerung. Der ungeplante Besuch in einer Strand Taverne begann mit einer Fußwaschung durch den Wirt persönlich. Wir fühlten uns wie die Kardinäle Karfreitag im Vatikan, aßen aber wesentlich besser.

20. 4.  Githio - Kap Tenaro                                                                                   gef. 69 km          Gesamt 1592 km    

Durch die immer dünner werdende Besiedelung in der unteren Mani wurde auch die Straße immer enger, besonders die Ortdurchfahrten brauchten manchmal den Mut der Verzweiflung. Aber wir wurden ständig durch atemberaubende Ansichten belohnt und mussten dauernd zum Fotografieren anhalten. Diese Fahrt und das Kap sind sicher einer der Höhepunkte dieser Reise.

Besonders Christine war arm dran. Lockerine kann zur Not aus dem fahrenden Auto fotografieren. Christines Kater kann das noch nicht.

Treulich bewacht war unser Schlaf in der Nacht von den beiden Schwarzen. Das war auch notwendig, denn wir standen direkt am Abgrund.
Das linke Bild zeigt unser Womo schon aus weiter Ferne beim etwa einstündigen Marsch zum Kap. Zum Leuchtturm muss man 2 Berge und 2 Täler auf steinigen Pfad überwinden. Aber die Mühe lohnt.Als Kavalier habe ich für die beiden Damen ein Stifterl Sekt samt echten Sektgläsern mitgeschleppt. Die haben Augen gemacht. Ich mußte mich mit einer Dose Bier zufrieden geben. Wanderer merke dir: Stifterlsekt gibts bei den Griechen nicht.

Die beiden “Bergsteigerinnen” bei den letzten Metern zum Leuchtturm.

Trotz des kargen Felsbodens gab es herrliche blühende Disteln zu bestaunen.

Riesige Frachtschiffe kreuzten den südlichsten Punkt Griechenlands erstanlich knapp. Das sind jene, die durch den engen Kanal von Korinth nicht mehr passen.

Doch der Tag hatte noch eine Überraschung für uns: Der Todestempel des Poseidon, den Eingang in den Hades. An sich hätte ich mir den etwas mächtiger vorgestellt und ob der Fährmann mit dem bescheidenen Kleingeld als Obolus flott rudert, bezeifle ich auch.

Wir sind eh schon wieder an der Oberwelt. ;-)

weiter gehts im Teil Peleponnes-2

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