Suedspanien

24. 4.   Guadamar  - Almeria      T  85.-    M 14,-          Start 2529 km     Ziel 2814 km     gef. 285 km

Nach unserem Abenteuer in und mit Cartagena entschieden wir uns für die Durchquerung der Wüste die kostenpflichtige AP7 zu benutzen, weil sie küstennäher verläuft. Eine reine Geldverbrennung.

Extrem langweilig, kaum Verkehr und über 100 km weder ein Parkplatz, Restaurant noch Tankstelle. Genau das braucht man in der Sierra Almenara. Was nicht Stein- und Felswüste ist, dem wurde durch Plastikwüsten der Rest gegeben. Wir dachten zuerst, wir würden durch ein Schneegebiet fahren. Die unendlichen Folientunnel sind nicht durchsichtig sondern reinweiß. Hier versagte erstmals die Belichtungsautomatik meiner neuen Kamera. Ich habe es erst zu spät gemerkt. Aber diese extrem grelle Helligkeit ist auch für das Auge kaum zu ertragen. Für diese 118 km haben wir gefühlte 5 Stunden gebraucht.
Doch immerhin haben wir unterwegs gelesen, daß hier der Schuh des Manitu gedreht wurde. Na da werden Bully und Co aber ihre Freude gehabt haben. ;-)
Jedenfalls der Süden Spaniens kann nur noch schöner kommen. Und er kam.

Unser geplanter Übernachtungsort Almeria erwies sich als Öl- und Industriehafen und roch auch entsprechend. Die Übernachtung auf einem SP etwas außerhalb war ok, aber kein Grund zum länger Verweilen.

Immerhin konnte ich in Almeria ein neues Navi in einem Carrefour  kaufen, da mein Navigon leider endgültig den Geist aufgegeben hat.
In 5”  gab es nur ein Garmin mit nur 15 Ländern und uralten Karten. Besser als nichts, aber absolut nicht mehr. Live-update funktioniert erst ab Win-7. Ich habe noch XP am Reise Lappi.

25. 4.   Almeria - Motril    T  0 -    M 0,-          Start 2814 km     Ziel 2923 km     gef. 107 km

Die Weiterfahrt nach Motril sollte sich als wahrer Segen erweisen.
Eine Kleinstadt mit nichts außer Stille, Ruhe, Meer. Und der schönste Pool von Scheibbs bis Nebraska krönte den CP El Cactus. Genau das wollten wir jetzt nach den Städtebesuchen an der Ostküste. Hier kann man es einige Tage aushalten und die Saurier waren auch nicht gefährlich, sondern dienten als Duschen.
Das Wasser hatte 22°, aber den vorwiegend spanischen CP Gästen war das viel zu kalt. Ich sprach mit einer Sonnenanbeterin und die meinte, unter 26° gehen wir nicht ins Wasser.

26.4. + 27 4.   Motril - Granada      T  0.-    M 0,-          Start 2923 km     Ziel 3002 km     gef. 79 km

Eigentlich war ja eine Küstenumrundung geplant, aber Granada ist allemal einen Umweg wert. Noch dazu wo der Weg dorthin uns am Rand der Sierra Nevada entlang führte. Eine Landschaft aus schroffen Felsen, Hügeln und Stauseen. Und von den Gipfeln der Sierra glänzt noch immer der Schnee.

Eine Gegend, wie man sie bei uns in den Alpen auch jederzeit finden könnte. Wir genossen diese kurze Fahrt sehr und verbummelten fast den halben Tag in der Gegend.

Trotzdem kamen wir irgendwann am CP La Zubia an. Schnell eingecheckt und mit dem Linienbus nach Granada zu einem ersten Erkunden der Lage. Hier überquerten wir gerade den Rio Genil, der in der Stadt ziemlich kanalisiert ist. Ist das nicht Innsbruck mit seiner Nordkette? Die Schöne in Tracht schenkte mir sogar ein Lächeln nach der artigen Frage “permitir Foto?”

Rund um mich die schönsten Frauen Granadas, ein wirklich schöner Tag. Nur bei der Dame links bin ich im Zweifel, ob ich Sitten, Gebräuche und besonders das Metallschild richtig verstanden habe? Sie stand jedenfalls wesentlich länger dort.

Die alten Häuser mit ihren handgemalten und oft regelrecht künstlerisch gestalteten Straßenschildern. Jedes ist ein Original. Fast schon künstlerisch ist auch manchmal die außenliegene Elektro Installation. Das wird wohl auch mit dem maurischen Einfluß zu tun haben.

 

Wie man unten sieht, hat auch das Vorstädchen La Zubia seine Reize, besonders vor der imposanten Bergkulisse.

Wir erwarben Karten für einen Flamenco Abend samt Menü bei einer Zigeuner Familie.  Ja, so sagt man dort und das ist keineswegs negativ besetzt. Der Fahrer des Kleinbusses, ein wahrer Hell Driver, brachte uns durch die verwinkelten und engen Gassen zum Restaurant auf den Sacra Monte. Er fuhr die Gasserln in einem Höllentempo durch, wo wir uns nicht mal mit dem PKW hin trauen würden. Trotz vieler Fußgänger und Gegenverkehr. Aber der Ort war gut: Denn jetzt konnte ich endlich die Alhambra vernünftig fotografieren. Weder von der Stadt, noch vom Alhambra Berg aus gibt es brauchbare Motive.
Das Lokal ist eine echte Kaverne und nur die vordere Front besteht aus Mauerwerk. Na was soll ich noch groß erzählen? Weder die Speisenfolge, den Tinto und schon gar nicht den Flamenco kann man mit Worten beschreiben. Kurz:
Es war ein Traum!

Als Abschluß dieses rauschenden Abends für alle Sinne führte uns ein Mitglied des Teams noch zu dem Ort wo ohne Zweifel die besten Nachtaufnahmen der Alhambra möglich sind.

Falls noch eine Steigerung der Sinneseindrücke möglich war, geschah das genau in diesen Momenten.

Fazit Granada: Obwohl wir den Nasridenpalast wegen unüberschaubarer Menschenmassen schon am Vorverkaufsschalter nicht gesehen haben, war hier sicher einer der Höhepunkte unserer Reise.

29. 4.   Granada - Marbella          T  78.-    M 0,-              Start 3002 km     Ziel 3187 km     gef. 185 km

Weiter fuhren wir bewußt ein Stück durch das Hinterland mit seinen Olivenkulturen, sattgrünen Wäldern und den berühmten andalusischen weißen Städten und Dörfern.
Diese Gegend ist im Gegensatz zur Küste sehr dünn besiedelt und der Verkehr so gering, daß wir sogar mitten in einem Kreisverkehr Mittagsrast halten konnten. Während wir aßen und ausruhten kamen  zwei oder drei Fahrzeuge vorbei.

Was uns der neue Polyglott schon androhte, sollten wir sofort bei Ankunft an der Costa del Sol bei Malaga vorfinden. Die gesamte Küste zwischen Malaga und Marbella ist inzwischen mit Privatvillen und Touristenburgen völlig zugebaut. Als Wohnmobilist hat man es hier sehr schwer, einen Zugang zu einem Strand zu finden.

Was hier auf manchen Bildern wie Dunst, Smog oder Nebel aussieht, ist tatächlich feiner Salzwasserdunst, der von der nicht mehr weit entfernt liegenden Vermischung von Mittelmeer und Atlantik verursacht wird.
Es soll angeblich um diese Jahreszeit immer so sein, jedenfalls roch es wie in einer alten Waschküche

Da uns die Gegend absolut nicht zusagte, nahmen wir weils eh schon egal war einen CP in Marbella für eine Nacht, denn Torremolinos und Fuengirola haben uns auch nicht gefallen.

30. 4.   Marbella - La Linea / Gibraltar         T  0.-    M 0,-              Start 3187 km     Ziel 3274 km     gef. 87 km

Der allererste Anblick des Affenfelsens, bewacht von dem immer präsenten Nebel, der sich tatächlich nur von etwa 11.00 bis 15.00 Uhr völlig lichtet.

Hier fuhren wir mit den Rädern von La Linea, der spanischen Grenzstadt Richtig Gibraltar. Sichtweite höchstens 100 m. Einen Vorteil hat die Lage ganz unstrittig: Wo sonst kann man in einer Stunde von Spanien ins Britische Königreich radeln?

Am Hafen von La Linea angekommen ändert sich die Welt plötzlich innerhalb Minuten. Der Blick nach Süden ist völlig frei, blauer Himmel und die nordafrikanischen Höhenzüge lassen grüßen.

Von hier geht es auch über den Grenzübergang, der von den Spaniern sehr streng kontrolliert wird. Nicht einmal unsere Räder durften wir auf dem Fußgänger - Grenzübergang schieben, sondern mussten uns durch den dichten Autoverkehr quälen und haben natürlich alles aufgehalten. Die Briten nahmen keine Notiz von uns. Ob hier auf spanischer Seite noch immer alte Animositäten nachwirken?
Egal, wir waren im British Empire und der Marsch über die Rollbahn konnte beginnen.

In der Innenstadt verließ uns der Nebel endlich. Wurde auch Zeit.

Zugegeben, das letzte Bild ist von einer Ansichtskarte geborgt, weil während unserer Rollfeld-Querungen kein Flugverkehr stattfand.

Den Affenfelsen haben wir nicht besucht, weil am Vormittag noch dichter Nebel herrschte und wir den Nachmittag nach dem vielen Pflastertreten lieber in einem typisch englischen Biergarten verbrachten. So ein pint of special bitter kann schon was. Und war als Wegzehrung für die bevorstehende etwa 12 km Radltour nach La Linea genau richtig.

1. + 2. 5.   La Linea / Gibraltar - Cadiz         T  0.-    M 0,-              Start 3274 km     Ziel 3436 km     gef. 148 km

Weder La Linea, noch Gibraltar ist der südlichste Punkt der Halbinsel, sondern Tarifa. Deshalb war mein Magnet nach dem äußersten Punkt schon wieder aktiv. Vorher mußte aber ein Paß von einiger Höhe überwunden werden. Sogar über die Nebelgrenze. Faszinierend, daß die Oberkante wie mit dem Lineal gezogen aussieht.

Wir durchfuhren diese etwa 15 km lange Hochebene in einer regelrechten Feiertagslaune. Auch der erste Blick, als wir wieder die Atlantikküste erblickten war atemberaubend.

Tarifa ist eine geschäftige Handels- und Fischerstadt, die außer dem Yachthafen auch einen Fährhafen für die Route nach Afrika besitzt.
Wie in fast alle südl. Städten ist hier maurische und europäische Architektur zu finden. Hier jedoch örtlich genau getrennt.

Sonst immer getrennt, sahen wir endlich einmal Torro und Caballero vereint auftreten.

Cadiz kommt in Sicht, unten der Strand in einer kleinen Bucht. Es sind leider die einzigen Bilder von Cadiz. Da ist wohl beim Übertragen in den PC etwas schief gegangen. Naja bei über 2000 Bildern kann schon mal eine Kleinigkeit passieren.

3. + 4. 5.    Cadiz - Isla Christina         T  61.-    M 0,-              Start 3436 km     Ziel 3698 km     gef. 262 km

In Sevilla haben wir bewußt nur im Vorbeifahren ein paar Fotos gemacht und die Stadt für einen späteren Besuch aufgehoben, da wir endlich an die Algarve und ihre kleinen Städte wollten. Aber vorher sollte uns noch eine kleine Insel regelrecht faszinieren. Eine Klein- stadt zum Verlieben.

Und dann erst der Strand. Dank Insellage und etwas umständlicher Anfahrt sehr wenige Menschen. Feinsandig und die Möglichkeit weit hinaus zu gehen und dazu kräftige Wellen, wie sie eben nur der Atlantik zustande bringt.

So muß Meer sein!

Ich weiß bis heute nicht, warum sich lockerine hier aufs Zusehen und Fotografieren beschränkt hat.

Wir verlassen jetzt Andalusien und sehen euch zum nächsten Teil in Portugal wieder.