Nordspanien

17. - 19. 5.    Porto  - Santiago + Cabo Finestre   T  90.-    M 0,-     Abfahrt 4513 km   Ziel 4955 km   gef. 442 km

Das neue Garmin erwies sich leider als ein sehr altes Garmin. Der Stand der Karte war von 2008. Viele neue Straßen in Portugal waren unbekannt und so fuhren wir auch hinter Braga über die Berge, statt an der Küste entlang. Conchita habe ich sie genannt, sie sollte bis daheim noch viel zicken.

Schon in Nordportugal, aber extrem häufig in Galizien haben wir diese kleinen Häuschen aus Stein gefunden. Am Dach finden sich meist religiöse Motive. Daraus mache ich ein Rätsel. Wer kann mir den Zweck dieser Häuschen mitteilen? Der erste Einsender wird auf Wunsch hier genannt.

Wir fuhren zuerst auf den Stellplatz in der Nähe von Santiago. Einige Gespräche mit anderen Campern brachten uns zu der Einsicht, ausgerechnet am Sonntag Santiago besuchen zu wollen ist keine gute Idee, so haben wir nur übernachtet und  sind gleich am Sonntag Morgen Richtung Finisterra bzw. Finestre (galizisch) aufgebrochen. Das untere Bild zeigt die Anfahrt. Wenn man den Berg vor uns genau ansieht, erkennt man links die Straße, die zum Cabo führt.

Unglaubliche Unvorsichtigkeit der Leute am Cabo: Das Pärchen fotografierte sich gegenseitig etwa 50 cm vor dem Abgrund.

Das Cabo Finisterre ist das tatsächliche Ende des Jakobsweges und nicht Santiago, wie häufig angenommen wird. Darum zeigt hier auch der Bronceschuh, wo die verbrauchten Schuhe ins Meer geworfen werden dürfen. Die Kleider werden gerne am Antennenmast entsorgt, obwohl ein vielsprachiges Schild das ausdrücklich verbietet.

Es ist hier eine seltsame Betriebsamkeit durch die vielen Pilger, die sich aber nur zwischen dem Leuchtturm und dem endgültigen Abgrund abspielt. Hier werden Steinmännchen gebaut, Mosaike gelegt, gegrillt, gegessen, getrunken, gesungen und was den Pilgern am Ende ihrer Reise sonst noch einfallt.

Der überwiegende Rest des großen Hochplateaus ist fast menschenleer und nur ein paar Tagesausflügler spazieren herum. Was liegt also näher, als uns hier gleich eine freie Übernachtung zu genehmigen? Am Abend zwängte sich leider ein französischer Kuschelcamper ganz knapp neben uns, trotz der riesigen freien Fläche.
Am Morgen sahen wir, daß sich in der Nacht noch ein Grazer Minicamper dazugesellt hat, jedoch mit vernünftigen Abstand. Es ist deshalb erwähnenswert, weil uns in Spanien und Portugal nur 3 Womos mit OE Kennzeichen begegnet sind. Leider schliefen die Steirer noch als wir abfuhren, ich hätte gerne servus gesagt.

Leider hatten wir nach 5 Wochen unser Kontingent an Dauersonne aufgebraucht. Schon am Cabo begann der Regen, der uns eine gute Woche treu bleiben sollte. Wieder zurück in Santiago de Compostela begann der Marsch über rutschige Pflaster und durch eine Armada von Regenschirmen. Ist aber eigentlich egal, denn alle Wege führen zur Kathedrale und hier braucht man nur den vielen Pilgern folgen und kann sich nicht verlaufen.

Der Kathedrale hatte man zu unserer Besuchszeit gerade einen Turm verhüllt, also nichts mit einer schönen Außenaufnahme. Immerhin war es drinnen trocken und warm. Wir kamen gerade zum Ende eines Gottesdienstes an und die mächtige Orgel hat uns noch Gottesfurcht gelehrt. (J.S.Bach)
Die Weihrauchkessel schwingenden Novizen hatten leider ihre Arbeit schon eingestellt.

Die Orgel besitzt die schon sehr seltenen Horizontal-Prinzipale.

Bei der Wetterlage konnten mich nur wenige sonstige Motive zu einem Foto motivieren.

20. 5.    Santiago - Barreiros   T  0.-    M 0,-     Abfahrt 4955 km   Ziel 5122 km   gef. 167 km

Ein wunderschöner CP mit einem extrem zuvorkommenden Besitzerpaar. Schöne große Parzellen, gepflegter Rasen, eigener Strandabschnitt direkt an der Costa Verde. Warum gibt es kein einziges Foto? Wir hatten leider Dauer - Wolkenbruch von Ankunft bis zur Abreise. Ich gestehe, Schönwetterfotograf zu sein.

21. 5.   Barreiros - Ribadesella   T  0.-    M 0,-     Abfahrt 5122 km   Ziel 5346 km   gef. 224 km

Ein Zwischenziel brauchten wir, um unsere knapp gewordenen Vorräte wieder zu ergänzen. Na die Landeshauptstadt Asturiens Oviedo lag ja eh fast auf der Route. Also nichts wie hin zum Vorräte bunkern und Stadt bummeln.
Das Einkaufen gelang noch leidlich, aber auf dem Weg in die Altstadt holte uns der Regen schon wieder ein. Also Abbruch und mit halbwegs trockener Haut noch das Womo erreicht.

Das einzige Bild zeigt den Dom vom Eingang der Altstadt. Weiter kamen wir nicht.

Immerhin kamen wir flott nach Ribadesella und sofort auf zum Stadtbesuch. Wer weiß wie das Wetter wird?

Beim Weg über die Brücke des Rio Sella zeigte sich diese Bild der alten Kähne perfekt passend zur Wetter- und folglich Stimmungslage.

Wenn man dem Fluß bis zur Mündung in den Atlantik folgt, sieht man sich plötzlich vor diesen schroffen Felsformationen. Aber es gibt auch einen Weg hinauf auf den Stadtberg mit seiner Wehranlage und der bezaubernden Kapelle San Ana.

Der Rio Sella fließt in einem riesigen Bogen in das Meer. Die Bergkette im Süden erinnert schon wieder an heimatliche Gefilde.

Solche Fotos gelingen nur von einem ”erhabenen” Standort aus, den man sich meist selbst erarbeiten muß.
Hier zeigt sich, daß Hotels nicht immer hässliche Betonklötze sein müssen. Warum geht das woanders nicht?

Im oberen Bild sieht man links eine neu gebaute Wohnhauszeile, die recht interessant in der Perspektive wirkt.

Beim Abstieg wurden wir noch von einem schönen kleinen privaten Blumengarten überrascht. Hier nur ein paar Vertreter dieser Pracht.

Gut, daß wir die Bergpartie zuerst angingen. Denn als wir die Innenstadt erreichten, setzte schon wieder der Regen ein. Ich muß noch hinzufügen: Vom Berg oder von außen sieht diese Stadt am schönsten aus. Innerhalb der Mauern verliert sie deutlich. Es keimt der Verdacht, daß bisher nur die Fassaden renoviert wurden.

22. 5.   Ribadesella - Lutz   T  90.-    M 18,-                          Abfahrt 5346 km   Ziel 5712 km   gef. 366 km

Die Weiterreise über Santander, Bilbao und San Sebastian bis ins französische Luz war nicht für einen Tag geplant. Doch der Golf von Biscaya machte seinem Ruf als Wetterschmiede Europas alle Ehre. Bei dem Dauerregen kann man nur weiter fahren, bis es irgendwo aufhört. Es hörte nicht. Also auf die AB und durchziehen.

Eine Eigenheit meines ungeliebten Garmins fiel mir noch auf. In beiden Großstädten Santander und Bilbao schickte es mich jeweils auf solche Autobahndreiecke, die direkt ins Stadtinnere führten, obwohl AB erlaubt war. Bis man das selbst durchschaut, ist es für eine Korrektur natürlich zu spät. Unnötige nervige Kurblerei in Städten, die man nicht kennt. Ich möchte mein Navigon wieder!

Trotzdem verging auch dieser Tag und wir haben Spanien verlassen. Die Beschreibung der Heimreise durch Frankreich und Deutschland folgt im letzten Teil dieses RB.

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