Heimreise

23. - 26. 5.   St. Jean de Lutz - Bergerac         T 0.-    M 8,-     Abfahrt 5712 km   Ziel 5995 km   gef. 283 km

St. Jean sollte eine harte Zeit für lockerine werden, denn ich habe darauf bestanden, hier 3 Tage zu ankern. Das Formel-1 Grand Prix Wochenende von Monaco stand vor der Tür. Da gibt es leider keinen Verhandlungs Spielraum.

Gleich am Beginn unseres Stadtbummels wurden wir von einem reinen Sündenpfuhl für jeden Diabetiker gefangen. Ein Laden nur mit selbst produzierten Süßigkeiten gefüllt.

Die Kirche wirkte nicht so spektakulär, jedoch hat immerhin Louis XIV seine Maria Theresa hier zur Frau genommen.

Schöne Surfszenen und kräftige Wellen. Ich ahnte bereits, dass es der Abschied vom Atlantik war.

Die Weiterfahrt sollte zu den Wanderdünen bei Arachon führen. 3 Tage fast nur Regen in St. Jean haben uns anders entscheiden lassen. Denn auch die schönsten Dünen sind im Regen nur nasser Sand.  Für eine kräftige Einkaufsfahrt nach Bordeaux und dann durch die Medoc war unsere Reisekasse leider schon zu geschwächt. So fuhren wir über Biarritz, Mont de Marsan nach Bergerac.

Der CP direkt am Ufer der Dordogne war leicht überschwemmt, deshalb habe ich lieber in der Stadt einen notdürftigen Schlafplatz gesucht und gefunden.
Die Altstadt macht leider einen ungepflegten Eindruck. Am Domplatz sieht es besser aus.

Nach Romanen und Filmen, die im historischen Bergerac spielen, wurden vielleicht zu hohe Erwartungen mitgebracht.

Ein gewichtiger Filmschauspieler soll hier wohnen und seine Weingüter betreiben, doch wir konnten keines seiner Produkte entdecken.

Auf das unterste Bild bin ich ein bißchen stolz. Ich nenne es:
 “Tristesse gespiegelt in der Dordogne”.

27. 5.    Bergerac - Gueret         T 80.-    M 0,-     Abfahrt 5995 km   Ziel 6256 km   gef. 261 km

Perigueux die zweitgrößte Stadt im Departement Dordogne hat uns wenigstens bei der Durchfahrt seine Kathedrale gezeigt. Als wir endlich einen Parkplatz gefunden hatten, waren wir schon viel zu weit vom Zentrum entfernt

Wir wollten aber nicht schon wieder in einer großen Stadt nächtigen, sondern diesmal etwas Ländlicheres aufsuchen.

Der CP Gueret klang im ACSI recht vielversprechend.

Wir fanden uns mittlerweile auf Frankreichs Landstraßen sehr gut zurecht und die vielen Orts- und Stadtdurchfahrten waren eigentlich durchwegs interessant. Eilig darf man es halt nicht haben.

Dieser CP liegt am Ende einer Sackstraße. Perfekte Ruhe ist somit garantiert. Direkt daneben liegt der gar nicht so kleine Badesee.

So eine Auszeit darf auch einmal sein und lädt die inneren Akkus wieder auf. Außer den See umwandern haben wir keine körperlichen Großtaten gesetzt, sondern nur dem süßen Nichtstun gehuldigt.

Etwas höher gelegen haben wir noch einen kleinen Natursee entdeckt, der völlig sich selbst überlassen war.

Dieser CP ist für ein paar Faulenzer Tage wärmstens zu empfehlen. Zur Erholung trägt das sehr freundliche Personal bei, das auch keine Probleme hat, englisch zu sprechen. In Mittelfrankreich leider eine rühmliche Ausnahme.

28. 5.    Gueret  -  Paray le Monial       T 0.-    M 0,-     Abfahrt 6256 km   Ziel 6467 km   gef. 211 km

Mitten in der Stadt ein SP mit V/E und noch dazu kostenlos. Da muß es einen Haken geben. Der Platz ist riesig und es standen am Vormittag schon etwa 10 Womos hier. Gleichzeitig wurde zum verlängerten Wochenende ein Jahrmarkt samt Scooter und Karussell aufgebaut und auch sogleich in Betrieb genommen. Der Lärm war dem entsprechend. So verkrümelten sich nach und nach alle anderen Womos.
Wir hatten eine andere Strategie: Das Womo hinter einen großen LKW umgeparkt, ergab einen prima Schallschutz. Und wir zogen aus, die Stadt zu besichtigen. Nach etlichen Stunden Pflastertretens besuchten wir eine kleine Straßenbar und tranken eine Flasche Roten aus der Region zu einer kleinen Jause. Das sollte als Mittel gegen den Trubel helfen. Zurück am Platz wurde pünktlich um 20 Uhr der Jahrmarkt beendet und wir hatten eine herrlich ruhig Nacht auf einem SP nur für uns alleine. So macht man das.

29. 5.    Paray le Monial  - Ornans     T 90.-    M 0,-     Abfahrt 6467 km   Ziel 6687 km   gef. 220 km

Die Weiterfahrt auf Landstraßen ewig die Doubs entlang führte uns durch einige Städte wie Chalon, Dole nach Besancon. Der Verkehr war wegen Feiertag enorm. Die Spitze gab es aber in Besancon, wo wir in den Norden zu einem geplanten CP fahren wollten. Allein es erwies sich als unmöglich, da hier ein Riesenjahrmarkt aufgebaut war und alles zugeparkt war. Die Polizei hat uns energisch nach Süden dirigiert, wo wir uns plötzlich auf einer völlig neu gebauten AB wiederfanden, die noch nicht mal Verkehrsschilder aufwies. Ganz zu schweigen von Mautstationen. Endlich erfuhren wir, es sollte nach Lausanne gehen. Nicht mit uns, denn die Schweiz wollen wir gezielt und nicht auf Polizeidruck besuchen. Den ACSI konsultiert und wir fanden am Fuß des französischen Jura einen kleinen CP in den Bergen.

Bergig war auch der CP selbst, denn dort konnten wir den Werbegag von schief liegen und schifliegen persönlich nachvollziehen. Spontan beschlossen wir, noch auf der Heimreise höhere Keile zu kaufen.

30 - 31. 5.    Ornans  - Cernay   T 0.-    M 12,-     Abfahrt 6687 km   Ziel 6844 km   gef. 157 km

Wie man sieht, bringt die kleinen Störche nicht der Storch, sondern dafür müssen sie selber sorgen.

Cernay, der CP der Störche! Wir Camper sind nur geduldet und kleine Futterspenden werden gerne angenommen.

Die Stadt erwies sich als verschlafen und kaum an Touristen interessiert. Wir hätten so gerne Elsässer Flammkuchen gegessen, aber das Restaurant, das im Namen schon Flamboyant trug, war geschlossen und das einzig offene Cafe hatte Küchenschluß um 19.00 Uhr.

Wir waren jetzt so lange an die südliche Betriebsamkeit bis weit in die Nacht hinein gewöhnt, daß wir regelrecht geschockt waren, wie es hier gehandhabt wird.

Die Enttäuschung in der Stadt wurde aber mehr als wettgemacht durch den Storchen-CP Wir haben noch einen Tag angehängt, ohne nochmals Cernay zu besuchen.

Es gibt ihn also wirklich, den Pomfineberer, wie er in Wien gerne genannt wird.

1. 6.    Cernay   -  Freiburg im Breisgau      T 0.-    M 0,-     Abfahrt 6844 km   Ziel 6928 km   gef. 84 km

In der Hoffnung, noch etwas mehr Leben im Elsaß vorzufinden, fuhren wir über Colmar. Die doch wesentlich größere Stadt erwies sich als ebenso ausgestorben und wir mußten unseren Appetit auf einen Flammkuchen endgültig begraben. Naja dann fahren wir halt über den Rhein und versuchen unser Glück in Freiburg.

Der Aufseher des SP Freiburg-1 erwies sich als sehr kundiger und gesprächiger Lokalpatriot. Sofort hat er uns das Restaurant “an der Mehlwaage” empfohlen. Hier kriegen Sie einen besseren Flammkuchen, als im Elsaß. Er sollte recht behalten. Ein sehr schönes und vorzügliches Lokal mit trotzdem überschaubaren Preisen.

Links unten das Münster, Mitte das Siegesdenkmal und Rechts das vermutlich schönste Lokal der Stadt.

Links oben das Martinstor, das praktisch als Mittelpunkt der Altstadt angesehen werden kann.

Mitte findet sich wieder eine Gasse in der Fußgängerzone, die für die stilgerechte Renovierung und Erhaltung ein Beispiel gibt.

Die Kirche in der Bertholdstraße möchte ich eigentlich fast als Fachwerkbau bezeichnen.

Und das utopische Gebäude (Bibliothek) sahen wir erst kürzlich im Fernsehen, weil sich viele Einwohner darüber beschweren. Durch die vielen Spiegel blendet es auch die Autofahrer.

2. 6.    Freiburg im Breisgau  -  Meersburg    T 0.-    M 0,-     Abfahrt 6928 km   Ziel 7082 km   gef. 154 km

Da wir durch die vielen Schlechtwetter Zeiten recht flott weiter kamen, hatten wir noch ein paar Tage zum Verbummeln. Somit konnte ich meiner lockerine einen lang gehegten Wunsch erfüllen und wir die Blumeninsel Mainau besuchen. Anfang Juni sollte eigentlich eine prima Zeit dafür sein.

Der dortige CP besitzt leider einen sehr schlechten Ruf im Internet. Deshalb suchten wir den SP Meersburg auf. Die damit verbundene Schiffsfahrt über den Bodensee ist ja auch nicht zu verachten.

Hier ein Bild von der Anfahrt, wo sich die beiden “Ohren” des Sees zum großen Bodensee erweitern. Der Blick vom Hügel zeigt auch, daß hier fleißig Wein angebaut wird.

Daß es hier auch Krokodile gibt, hat man uns jedoch verschwiegen.

Ich werde gar nicht den Versuch machen, euch jede Blume zu erklären. Das wäre zum Scheitern verurteilt. Lassen wir einfach die Bilder sprechen, wenn ich euch schon keine Düfte übermitteln kann.

Ich verwende hier bewußt viel Platz für den Besuch der Insel Mainau, denn es war ganz bestimmt ein Höhepunkt auf der Heimreise.

Die Schloßgebäude habe ich nicht vergessen.

Doch  es waren erst kürzlich Filmaufnahmen gemacht worden und davon stand noch alles mit LKW´s, Zelten, Kabeln, Tribünen etc voll.

Das sind keine Motive für meinen Geschmack.

Und nun besuchen wir das Schmetterlings- und Orchideenhaus.

Eines der flatterhaften Wesen wollte mich gar nicht mehr verlassen. Er saß schon den halben Weg auf meiner Schulter. Es war gar nicht einfach, ihn ohne Verletzungen vor Verlassen des Treibhauses zu entfernen.
Nach diesem wunderschönen Tag zeigte sich auch Meersburg von seiner schönsten Seite im abendlichen Sonnenschein.

3. 6.    Meersburg  -  Feldkirch      T 0.-    M 0,-     Abfahrt 7082 km   Ziel 7171 km   gef. 89 km

Weil es uns beim Forumtreffen 2012 so gut gefallen hat, haben wir dieses reizende Vorarlberger Städtchen wieder aufgesucht. Leider war das Wasser im Waldbad noch zu kalt für eine Runde.

Wir sind lange in einem Schanigarten am Stadtplatz gesessen, aber Heide ist nicht zufällig daher spaziert. Das kommt davon, wenn man keine Telefonlisten mitführt.

4. 6.    Feldkirch - Wiesing      T 90.-    M 0,-     Abfahrt 7171 km   Ziel 7381 km   gef. 210 km

Das Wetter wurde dauerhaft schöner. Sehr wichtig, denn wir hatten unseren daheim Gebliebenen versprochen, unser schönes Wetter mitzubringen.

Deshalb ging es natürlich wieder über den Arlberg und nicht durch das stinkende einröhrige Loch.

In Wiesing machte ich noch wegen meiner leichten Kollision mit einem Olivenbaum bei Hans halt und vereinbarte einen Reparaturtermin.

Dann hatten wir keine Lust mehr, weiter zu fahren und übernachteten noch einmal in Tirol.

5. 6.    Wiesing  -  Bergheim      T 0.-    M 0,-     Abfahrt 7381 km   Ziel 7554 km   gef. 173 km

Wir haben das Schifliegen, pardon schief liegen nicht vergessen und machten noch in der Nähe von Traunstein Besuch bei einem großen Camping Ausrüster. Bingo, jetzt bin ich stolzer Besitzer von doppelt so dicken Keilen.

Nach einer guten bayerischen Brotzeit gab es jetzt wirklich keine Ausrede mehr und wir nahmen die letzten 40 km in Angriff. So landeten wir nach genau 2 Monaten wieder wohlbehalten daheim bei schönstem Sonnenschein.

Da immer wieder Fragen nach den Kosten kommen, will ich diese soweit notiert hier nachliefern. Bei den CP und SP Kosten muß ich erwähnen, daß ich eigentlich nie nach einem kostenlosen SP suche, sondern eher der Zufall entscheidet, ob sich am Weg ein passendes Platzerl ergibt. Es werden gesamt  etwa 10 bis 12 freie Übernachtungen gewesen sein. Am liebsten haben wir ACSI Plätze, da gute SP auch schon durchaus den ACSI Preis erreichen und manchmal sogar übersteigen.

Kosten für Essen und Trinken notiere ich grundsätzlich nicht, da diese auch zuhause anfallen.

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Dieselkosten

1145.-

Camping- und Stellplätze

730.-

Bus- Bahn- und Eintrittskarten

522.-

Wir bedanken uns bei allen Lesern und im Geiste mitgereisten. Muchas Gracias lockerine & locker