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28.4.  Falconara - Montallegro                   Maut 0.-     Tank 0.-     Start 2626 km     Ziel 2715 km       gef. 89 km

Immer der küstennächsten Straße entlang ging es weiter über Licata in die größere Stadt Agrigento, die für seine Reste griechischer Baukunst bekannt ist. Es handelt sich vorwiegend um Tempel, die zu Fuß nur mühselig oder gar nicht zugänglich sind.

Außerdem lagen sie ohnehin direkt an der Bundesstraße 115, die wir zufällig daher kamen.

Deshalb wagten wir eine gaaanz langsame Vorbeifahrt zum Zwecke des Fotografierens. Die Hupkonzerte waren durchaus erträglich.

Die Altstadt von Agrigento hat auch seinen Reiz.

Wir wollten jedoch weiter zur Azienda von Lisa und Manfred, einem Aussteigerpärchen aus D. Sie produzieren etwas abseits von der Küste Orangen und Oliven.

Am nächsten Morgen hieß es auch schon wieder Abschied von diesen netten Leuten nehmen.

Mit ihrer freundlichen Genehmigung darf ich hier ein paar Bilder von ihrem Traumdomizil zeigen. Keine Sorge, die Telefonnummer oben stimmt längst nicht mehr.

Lisa ist auch Künstlerin.

Wir wurden zum Abendessen eingeladen, einem typisch sizilianischen Reisgericht mit Würsten und Koteleletts. Dazu einen guten Primitivo. Den Nachtisch konnten wir mit einer Eistorte bestreiten. Unser Beitrag kam halt leider nur aus dem Supermarkt.

Bei unserem Rundgang über die Höhen um ihr Anwesen herum habe ich eine bis dato unbekannte Frucht entdeckt. Neugierig wie immer musste ich kosten. Sofort brannten Mund- und Rachenraum, daß ich kaum mehr Luft bekam und alles wurde taub, wie beim Zahnarzt.

Abends haben wir herausgefunden, daß es sich um den hochgiftigen Salomonsapfel handelte. Ich habe es zwar ohne schlimmere Folgen überlebt, aber gut 3 Tage meine Neugierde büßen dürfen.

29.4.  Montallegro  - Mazara                        Maut 0.-     Tank 0.-     Start 2715 km     Ziel 2823 km       gef. 108 km

Die Stadt Mazara mit dem größten Fischereihafen Siziliens und einem echt arabischen Viertel ist zwar nicht so berauschend, aber der Bericht im ACSI Führer mit Super luxus CP Sporting Club und noch mehr Lobeshymnen hatte uns neugierig gemacht. Die Angaben stimmen auch ziemlich genau, ein wunderschöner CP. Aber wieder einmal das WE zum 1. Mai!!! Alles was Räder hat, ist in Italien zu dem Termin im Kampfeinsatz. Ab Nachmittag füllte sich der Platz vollkommen und es wurden Wagenburgen gebaut, als wäre es für die Ewigkeit. Gegen 23 Uhr wurden wir so zugeparkt, dass zwei Fenster nicht mehr geöffnet werden konnten. Wer sich nach Kuschelcamping sehnt, wird hier fündig.

Wahrzeichens-Baum, Dom und Reste des normannischen Kastells.

Keramikbilder, Kacheln und Mosaike prägen das Stadtbild.

Wer sagt denn, daß Kanalratten immer häßlich sein müssen?

Einzig in den engen Gäßchen des arabischen Viertels haben wir uns nicht recht wohl gefühlt. Da sind Grüppchen Jugendlicher immer mehr auf Tuchfühlung mit uns gegangen. Wir haben den Kulturschock beendet und uns wieder dem offeneren Hauptplatz zugewendet.

Dieser wurde gerade als Handelsplatz für Luxus-Oldies genutzt.

30.4. - 2. 5.  Mazara  - Vito lo Capo                   Maut 0.-     Tank 0.-     Start 2823 km     Ziel 2923 km       gef. 100 km

Nichts wie weg aus dieser Umklammerung, also los zum westlichsten Punkt der Insel Marsala. Links daneben ist eine der Ägadischen Inseln zu sehen. Der staubige Schotter-SP gefiel uns überhaupt nicht, deshalb wurde beschlossen nach einem Kurzbesuch Marsalas weiter zu fahren. Natürlich haben wir nicht auf den berühmten Marsala Dessert Wein vergessen.

Durch Trapani mit seinen alten und neuen Anlagen zur Gewinnung von Meersalz.

Anschließend ging es steil ins Gebirge, das uns immer wieder herrliche Ausblicke auf die umliegenden Inseln bescherte.

Eigentlich wollten wir in Vito lo Capo auf den CP gehen. Doch 12 km vor dem Ziel entdeckten wir dieses Kleinod, direkt am Meer und völlig menschenleer.

Man verzeihe mir das Großbild, aber es muß ganz einfach sein.

Dieser Ort war sicher die Spitze unserer gesamten Sizilienreise. Das kann nicht mehr getoppt werden.

Andere werden vielleicht Gstättn zu diesem Ort sagen, aber Geschmäcker und Ohrfeigen sind halt höchst verschieden.

Den Grund für die Menschenleere habe ich schon bald herausgefunden. Der Zugang zum Meer führt nur über ganz spitze Vulkansteine. Ohne Schwimmschuhe geht hier gar nichts. Der geprüfte Camper hat solche natürlich.

 

Links unten unsere einzigen Nachbarn, die aber auch bald wieder weiter zogen.

Der alte Mann, seine Funkantenne und das Meer.....

Egal ob Sonnenuntergang,

oder Sonnenaufgang mit seinen Morgennebeln, dieses Pätzchen ist immer ein Paradies

Unten:
Als Tribut an das Paradies LAN Anbindung nur am Fahrradkörbchen.

Der Herzfelsen, ein Muß für alle sportlichen Jungverliebten.

Das wahrscheinlich dünnste Haus von Vito

So leer ist die Nachbarbucht schon nicht mehr. Und dann gar der Strand von Vito...

Blick über die Stadt Vito, selbst mit den Rädern erfahren (erschoben)

Aber wir haben auch vorher in der arabisch geprägten Stadt ein dreigängiges Couscous Festmahl verspeist. Das gab genug Kraft für 28 km samt ungezählten Höhenmetern. Sizilien ist absolut nicht eben und flach, wie man vielleicht annehmen möchte.

Vito von oben mit seinem Hausberg und dem Leuchtturm.

Wie es weiter ging, erfahrt ihr im  Teil 5, der Norden