Süd
Home Westküste Ost Süd West Nord Ostküste

22.4.   Portopalo - Marcamemi                        Maut 0.-     Tank 0.-     Start 2251 km     Ziel 2277 km       gef. 26 km

Da haben wir doch tatsächlich den südlichsten Punkt von Sizilien erreicht.

Wir standen zwar frei, doch nicht allein. In der riesigen Hafenanlage hat es keinen gestört.

Portopalo ist ein recht großer Fischereihafen, der auch  gewaltige Kähne beherbergt.

Was wir nicht ahnen konnten, das quirlige Treiben setzte sich bis in die frühen Morgenstunden fort.

Von dieser Idylle müssen es ganz einfach Panoramafotos sein.

wenn man von hier aus noch weiter geht, kommt man erst nach 140 km in Afrika aus dem Wasser.

Doch es musste schon wieder ein wenig nach Norden gehen in das berühmte Fischerdorf Marcamemi

Im CP trafen wir auf den größten Gummibaum, den wir jemals gesehen hatten und oben das “Unkraut” an den Straßen muss auch einmal gewürdigt werden.

Marcamemi hat nur Fischerei, Fischverarbeitung und Fischlokale.
Und da Gusti am nächsten Tag Geburtstag hatte, sind wir in das feinste Fischlokal der Stadt vornehm sul mare dinieren gewesen. Um 12.30 waren wir die ersten Gäste und um 14.00 mussten sie sogar Tische auf den Lungomare hinaus stellen. Essen und Trinken war Spitze, aber es wurde uns auch hoch angerechnet ;-)

23.4.   Marcamemi  - Punta Secca                        Maut 0.-     Tank 0.-     Start 2277 km     Ziel 2357 km       gef. 80 km

Nachdem wir uns erst nach einem längeren Palaver vom CP Betreiber loseisen konnten, kamen wir erst spät in die Hufe. Er hatte nämlich früher am Brenner Dienst als Grenzpolizist versehen und konnte etwa gleich viel deutsch, wie ich italienisch. Gut dass wir keine Zeugen hatten. Aber wir wollten nach Westen, nämlich immer der Küstenlinie entlang. Ispica, Pozallo, Marina di Ragusa Punta Secca war unsere Route mit herrlichen Küstenansichten, aber auch vielen Orten und Städchen, die zu durchfahren waren. Wir hatten endlich Glück, eine offene Azienda Touristico zu finden. Das sind meist landwirtschaftliche Betriebe, die für Wohnmobilisten Plätze anbieten, die zwischen SP und CP angesiedelt sind. Oft gibt es auch eigene Produkte zu kaufen. Die Azienda Scaramia ist sehr empfehlenswert.

Aben nun kommt die Botanik zu Wort. Die spricht für sich selbst.

2-farbigen Mohn haben wir vorher noch nie gesehen.

Aber es gab natürlich auch Fahrrad Touren, zB zu der großen “Zahnstocher-Parade” nach Marina die Ragusa, oder an die felsigen Gestade von Punta Secca, einem kleinen Fischerort, der vom Tourismus noch erstaunlich unberührt blieb.

25.4.   Punta Secca - Gerace                         Maut 0.-     Tank 112.-     Start 2357 km     Ziel 2539 km       gef. 182 km

Gut ausgeruht brachen wir zu einem Ausflug in das Landesinnere auf. Die Landschaft ist hier ganz von den Abholzungen durch die Römer geprägt.

Auch auf Sizilien gab es Wohnungen, die in den Stein gegraben wurden. Künstliche Höhlen also.

Unser erstes Zwischenziel Caltagirone mit seinen berühmten Mosaiken. Von den etwa 30 000 EW leben fast alle davon. Es gibt sogar eine Mosaik Universität.
Die Dame mit 3 Beinen symbolisiert Sizilien mit ihren 3 Ecken.

Die imposante Treppe mit ihren 112 Stufen führt zum Dom. Alle Spiegel sind mit Mosaiken aufsteigend aus ca. 1500 bis in die Neuzeit belegt.

Auf der Weiterfahrt zu den römischen Ausgrabungen der Villa Romana del Casale begegneten uns immer wieder riesige Kakteenplantagen, die köstliche Feigen und Saft liefern.

Das Tor zum Tal der Ausgrabungen  ist die zwar schön anzusehende Bergstadt Piazza Armerina, die aber mit dem Womo nicht lustig zu durchfahren ist.

Villa Romana ist ein kleiner Ort mit Herrschaftssitz aus vorchristlicher Zeit.

Gebäude und besonders die Mosaike sind deshalb so gut erhalten, weil das Tal durch einen Bergrutsch um das Jahr 100 völlig verschüttet wurde und erst um 1950 wiederentdeckt und frei gelegt wurde. Die Arbeiten dauern jetzt noch an.

Die Anlage ist etwa zur Hälfte für Besucher frei zugänglich. Der Rest wird von jungen Künstlern unter Verwendung riesiger Mengen Aceton gereinigt und aufbereitet. Nur so bekommen die alten Mosaike wieder ihren alten Kontrast.

Dieser Kohlenwasserstoff ist ein starkes Nervengift und ist sowohl für die Künstler, als auch für die Besucher eine erhebliche Belastung.
Leider gehörten auch die berühmten Bikinimädchen zum gesperrten Teil. So muß eben ein Eindruck aus der “Souvenirmeile” genügen.

Die Weiterfahrt zum SP am Pergusasee erwies sich als Flopp, da wegen Feiertag und Volksfest rund um den See die Zufahrt zum SP nicht möglich war. Laut Einheimischen ist das im Sommer fast jedes Wochenende so, deshalb nur für werktags empfehlenswert. Alternativ haben wir uns zur Azienda Agritourismo Il Mandorleto aufgemacht. Hoch oben am Berg mit einer traumhaften Aussicht und Luft. Ein äußerst netter Besitzer der sehr gut Englisch spricht hat uns viel aus seinem landwirtschaftlichen Betrieb erzählt. Natürlich haben wir Olivenöl, Honig, Rotwein eingekauft. Übrigens hier gibt es auch den sehr seltenen, aber köstlichen Miele die Sulla. Nicht gerade billig, müssen doch die Bienen immer in die gerade blühenden Süßkleefelder transportiert werden.

Auch in der Nacht ist der Platz ein Traum. Leider ist meine Kamera nicht gut genug für Nachtaufnahmen. Vielleicht kann man aber doch erkennen, wie liegend die Mondsichel eigentlich schon wirkt

Ganz gegen meine Praxis will ich euch die Koordinaten dieses außergewöhnlichen CP´s verraten:
N 37° 28´ 6”, O 14° 14´ 57” 

26.- 27.4.   Gerace - Falconara                    Maut 0.-     Tank 0.-     Start 2539 km     Ziel 2626 km       gef. 87 km

Nach zwei faulen Tagen mußte die Weiterreise Richtung Küste zum Westteil der Insel begonnen werden.  Es begann gleich mit der schweißtreibenden Durchfahrt durch Barrafranca. Der Rest war eine liebliche Hügellandschaft mit Landwirtschaft, aber auch unberührten wilden Blumenwiesen, Palmen, Zypressen, Agaven, Olivenbäumen und natürlich wieder ausgedehnten Kaktusplantagen.

Falconara hat ein altes Castello, einige Touristenbetriebe und sonst nichts.

Achja, den CP direkt am schönen Sandstrand hätte ich fast vergessen

Wie es weiter ging, erfahrt ihr im  Teil 4, der Westen