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8.5. - 10. 5.  Villa S. Giovanni - Caulonia Marina       Maut 0.-   Tank 0.-     Start 3279 km     Ziel 3418 km     gef. 139 km

Das Festland hatte uns wieder. Jetzt soll der letzte Abschnitt der Stiefel Umrundung beginnen. Von Villa S. Giovanni nahmen wir südwärts die AB, um die Großstadt Reggio di Calabria zu umfahren.

Ein letzter Blick nach Sizilien im Dunst und schon waren wir unterwegs zu den Zehen Italiens.

Oben: Am Zusammenprall von thyrren. und ionischen Meer ist die See immer kabbelig, egal ob Wind weht oder nicht.

Dieser Traumstrand bei Caulonia an der ionischen Küste sollte unser Domizil für die nächsten 3 Tage werden.

Das Meer war bereits angenahm warm. Erstmals konnte für längere Zeit geschnorchelt werden.

Nicht ungefährlich diese Gegend, es gab Krokodile.

Sogar eine Delfinschule haben wir von Ufer aus bewundern können. Es waren gezählte 11 Tiere.

Leider haben wir vor lauter Staunen vergessen, schnell die Kamera zu holen; sorry keine Bilder.

Wenn es dem Esel zu wohl ist, geht er aufs Eis. Wenn kein Eis da ist, dann eben auf den Berg.

Das Städtchen Riace hatte mein Interesse erweckt, da hier die griechischen Bronzekolosse aus dem 5. Jh. v. Chr. mit gut 3 m Höhe gefunden wurden. Laut Atlas nur etwa 15 km vom CP entfernt, jedoch habe ich die gut 350 Höhenmeter unterschätzt, die dazu geführt haben, dass etwa 10 km das Radl geschoben werden musste. Weils natürlich auch noch hügelig bergauf-bergab ging. Etliche Tage Fegefeuer werden dadurch wohl schon abbezahlt sein.

Aber die Aussichten zwischendurch waren ein Traum. Die Bergketten total mit wild wachsendem Lavendel bedeckt. Wenn der Geruchssinn vor lauter Eindrücken förmlich explodiert, dann kann man das Radlschieben schon aushalten.
           Ein  Wachturm berichtete von besseren Zeiten.

Das Moretti war aber jetzt redlich verdient!

Im Gespräch mit dem Wirt wollte ich natürlich auch wissen, wo ich denn jetzt die Bronzen anschauen könnte. Er fing schallend an zu lachen und erzählte ein paar alten Männern, die auch dort saßen etwas ganz schnell. Auch die fingen an zu lachen. Sie hatten mich einsamen Radler ja schon von Weitem interessiert gemustert. Als er wieder reden konnte, erklärte er mir gestenreich, ich müsse weiter bis Reggio di Calabria fahren, da wären sie in einem Museum.

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Wieder am CP in Wikipedia nachgelesen, hat es sich sofort bestätigt. Aber schööööön war es doch.

11.5. - 13. 5.  Caulonia Marina - Sibari            Maut 0.-     Tank 0.-     Start 3418 km     Ziel 3675 km       gef. 257 km

Da es diesmal ein längerer Fahrtag werden sollte, haben wir uns für die Mittagspause einen größeren Umweg geleistet, denn uns zieht jedas Capo magisch an. Wohl deshalb, weil es von hier aus in mehrere Richtungen beim besten Willen nicht mehr weiter geht?

Capo Rizzuto hat uns schon bei der Anfahrt mit dem Hotel mit leicht orientalisch angehauchter Note und der ziemlich bekannten modernen griechischen Kirche begeistert. Diese Kirche polarisiert. Enweder man liebt sie, oder man hasst sie. Wir zählten zur ersten Gruppe. Leider war die Tür verschlossen.

Die Gegend ist extrem dünn besiedelt und es gibt viel Platz für Camper, die ein idyllisches Plätzchen zum Freistehen suchen.

Rechts unten: Hier hätten wir tagelang stehen können, ohne irgend jemanden im Weg zu sein.

Aber die Räder müssen heimwärts rollen. So reichte es eben nur für die Mittagspause samt einen kleinen Spaziergang und mit den Füßen ein bisschen plantschen.

Sibari - CP im Wald und Traumstrand, klar blieben wir 3 Tage.

Offenbar wird es nördlicher immer wärmer. Tagsüber schon um die 30° und auch das Meer hat bereits so ca. 23°. Natürlich Flossen und Schnorchel ausgepackt. Herrlich klares Wasser und sogar schöne Fische haben sich blicken lassen. Aber getoppt wurde das von den vielen bunten, leuchtkräftigen Quallen, die bis zu 30 cm Durchmesser hatten. Es waren zwar keine Feuerquallen, aber ein wenig Respektabstand habe ich doch eingehalten. Schade, daß ich keine Unterwasserkamera besitze. Das war eine Augenweide.

14.5. Sibari - Manfredonia                    Maut 12.-     Tank 115.-     Start 3675 km     Ziel 4012 km       gef. 437 km

Unsere Lust auf Ruhetage wurde doch schon immer häufiger, so beschlossen wir, auf Italiens Ferse um Lecce und Brindisi zu verzichten. So ging es gleich weiter bis zum Gargano. Manfredonia war neu für uns, dashalb nichts wie hin. Ein Acsi etwa 8 km außerhalb der Stadt war unser Ziel. Da hat sich gleich eine Libelle ins Womo eingeschlichen. Leider ist Schlechtwetter eingefallen, so ist aus der Radltour nach Manfredonia nichts mehr geworden, aber Bekannte sagten uns, viel habt ihr eh nicht versäumt.

15.5. - 16.5. Manfredonia - Pineta/Pescara          Maut 4.-     Tank 0.-     Start 4012 km     Ziel 4267 km   gef. 255 km

Heißgeliebtes Vasto mit der grünen Adria, ideal für die Mittagsrast

In Pineto / Pescara mußten wir uns leider von unseren norddeutschen Freunden verabschieden, die wir auf dieser Reise auf vielen Plätzen wieder getroffen haben. Wir hatten viel Spaß zusammen.

Der Wind wurde auch hier immer heftiger, sodaß einer Weiterreise nichts mehr im Wege stand

17.5. - 18.5. Pineta/Pescara - Ravenna          Maut 16.-     Tank 100.-     Start 4267 km    Ziel 4555 km     gef. 288 km

Langsam wurde ich fahrfaul, deshalb etwa die Hälfte der Strecke auf der AB.
Der CP Lido di Dante liegt etwa 16 km südöstlich von Ravenna. Hier haben wir wieder etwas ausgeruht mit Strandspaziergängen, Beutezügen durch die Pinienwälder zwecks Mitbringens von großen Zapfen, die schon wieder bestellt waren.

Am Ortseingang bewacht eine Kuh den Kreisverkehr.

Bei einer 42 km Radltour zum Hafen von Ravenna und zu zwei benachbarten Badeorten fielen mir nur die Ziegen als fotogen auf. Sie waren völlig sich selbst überlassen und das Gehege war km weit von jeder menschlichen Ansammlung entfernt. Trotz Löcher im Zaun blieben diese genügsamen Tiere doch lieber zusammen.

19.5. Ravenna - Spilimbergo                       Maut 6.-     Tank 0.-     Start 4555 km     Ziel 44810 km       gef. 255 km

Wieder einmal ging es zum letzten Halt nach Spilimbergo mit seinem vorbildlichen kostenlosen Stellplatz. Leider hat der Besitzer eines Dickschiffes mit Smart-Anhänger (gelbes Kennzeichen) stolze 3 Stellplätze verbraucht und volle Camping Aktivitäten entfaltet. Tische, Stühle, Griller, Markise, also wirklich das volle Programm und zusätzlich laut laufende Klimaanlage. So machen sich Camper sicher nicht beliebt bei den Stadtvätern.

Aber egal, wir haben lieber die Stadt besucht, es war gerade Flohmarkt. Zuletzt dann noch das Schloß mit seinem Kunstmuseum.

lockerine hatte Angst, sich hinzusetzen, ich nicht.

20.5 Spilimbergo - Salzburg                      Maut 13.-     Tank 100.-     Start 4810 km     Ziel 5196 km       gef. 386 km

Wie immer, können wir Italien nicht verlassen, ohne in Friaul das reizende Lavendelstädchen Venzone zu besuchen.
Diesmal will ich jedoch eure Blicke mehr auf den sakralen Teil konzentrieren. Es gibt einen schönen Dom und dahinter die Krypta, die 5 von den 40 gefundenen Mumien enthält. Venzone wurde im Erdbeben von 1976 fast völlig zerstört, aber vorbildlich und historisch korrekt wiederaufbegaut. Seither ruhen die Mumien in dieser Krypta.

Die restliche Heimfahrt verlief ohne besondere Erlebnisse, sogar der gefürchtete Stau am Tauern blieb aus.

Das letzte Bild stellt einen Teil der mitgebrachten “Beute” dar. Alleine die Lavasteine vom Ätna wogen 30 kg. Es ist schon erstaunlich, was in einem Womo noch Platz findet, wenn frau will.

Es waren schöne 40 Tage, aber in Zukunft wollen wir Sizilien doch lieber mit der Fähre besuchen. Das ist billiger, “treppenschonender” und vor allem bequemer.

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