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Kurzreise nach Oberfranken, Oberpfalz und in den bayer. Wald.

21.6.   Bergheim  -  Kelheim                                                                                       Start 0 km     Ziel 277 km     gef. 277 km

Dir erste Etappe führte über Burghausen, Simbach nach Pocking zu meinem Freund Franz, der mir dankenswerterweise meine in Italien ruinierte Treppe repariert hat. Einbau derselben, in seinem Pool abkühlen und auch noch zum Grillen eingeladen werden, da kann man natürlich nicht nein sagen. Folglich begann die Weiterfahrt erst recht spät. Sie führte uns über Passau, Regensburg nach Kelheim.

Das ist die Stadt, wo sich RMD Kanal und Donau treffen.

Genau am Donauspitz ist ein schöner Stellplatz mit Automatenbewirtschaftung. Der SP liegt sehr günstig, weil es in die Stadt nicht weit ist und der Donauhafen direkt vor den Füßen liegt.

Nach dem vielen Sitzen beschlossen wir, noch vor dem Abendessen den Berg mit der Befreiungshalle zu erobern. Eine Traum - Aussicht belohnte uns für die Mühe.

Das Innere mit den riesigen Engeln erinnert an deutsche Schlachten.
Nicht ganz unser Fall, da wir erstens eher pazifistisch eingestellt sind und auch diese Gigantomanie nicht sehr lieben.

Aber auch die schmucke Stadt hat einiges zu bieten.
Schnurgerade Straßen und an jeder Ecke ein Turm. Und alles so sauber, als hätten sie extra für uns Großputz gehalten.

Aber wir wollen die älteste Weißbierbrauerei von Bayern nicht vergessen: Die Familie Schneider braut hier das bekannte Schneider Weiße.

Der Besuch war uns ein Vergnügen. Ein wunderschöner Gastgarten mit Nußbäumen, statt der üblichen Kastanienbäume spendete kühlen Schatten. Und das Weißbier mit Radi und Brezn erst.........

Hier bekommt man schon beim Anblick der Brauerei Durst, doch die fesche Kellnerin schaffte sofort Abhilfe.

22.6.   Kelheim - Kloster Weltenburg - Altmühltal - Neumarkt                               Start 277 km     Ziel 370 km     gef. 93 km

Eine Donau-Schiffahrt zum Kloster Weltenburg war als nächstes eingeplant und ausgeführt. Wir nahmen das erste Schiff um 9.00 Uhr, da waren wir fast alleine am Schiff. Dieses ausgebuchte Schwesternschiff begegnete uns auf der Rückfahrt 2 Stunden später.

Anfangs fuhren wir noch durch die breite Donau. Später dominierten schroffe, bewaldete und felsige Steilhänge.

Die teils recht grotesken Felsformationen bekamen von der Bevölkerung lustige Namen. Der unten links heisst zB Napoleons Koffer. Den soll dieser bei der überstürzten Flucht nach einer verlorenen Schlacht  hier vergessen haben.

Ganz links das “Krokodil” und Mitte der Donaudurchbruch mit einer Breite von lediglich 60 Metern.

 

 

 

 

So war unser erster Eindruck des Klosters vom Wasser aus.

 

Es gibt herrliche Deckengemälde in der Klosterkirche

Die prächtige Kirche ist St. Georg dem Drachentöter geweiht.

Die Mönche haben jedoch auch seit jeher die weltlichen Genüsse nicht vergessen.

Die Weiterfahrt durch das beschauliche Altmühltal mit seinen Flußschlingen war leider schon von Zeitdruck geprägt, denn wir mußten rechtzeitig zur großen Familien Geburtstagsfeier in Neumarkt sein.
So passierten wir Riedenburg, Dietfurt, Beilngries ohne nennenswerten Aufenthalt. Aber wir haben beschlossen, dem Altmühltal einmal eine eigene Reise zu widmen.

23.6.   Neumarkt -  Bamberg                                                                                   Start 370 km     Ziel 456 km     gef. 86 km

Über Nürnberg, Fürth, Erlangen an die 3 Flüsse Stadt: Main, und linker und rechter Regnitz. Einheimische sagen, es wären 4 Flüsse, denn es kommt auch noch der Bierstrom hinzu. Immerhin hatte Bamberg im Jahre 1818 stolze 65 Brauereien.
Hier waren wir mit Freunden aus Bayern verabredet. Gerade als wir am SP den Motor abgestellt hatten, kam ein Anruf, wann wir denn ankommen würden. Ich konnte Bernd sagen, wenn du aus dem Heckfenster guckst, siehst du mich direkt hinter dir stehen. Großes Hallo und Lagebesprechung musste natürlich sofort sein. Da wir 3 Tage bleiben wollten haben wir jedoch beschlossen, einen schönen CP etwa 3 km außerhalb aufzusuchen. Wir haben den Umzug nicht bereut, denn der CP Insel in Bamberg Bug ist wirklich fein und wir fanden ruhige Plätze direkt vorne an der Regnitz.

Aber jetzt gehts los zur großen Stadtbesichtigung per Pedes und per Drahtesel:
Oben das alte Rathaus mit dem einzigartigen Anbau.
Links ein naturgetreuer Nachbau des “Motors” der beim Bau des Kaiserdoms als Antrieb für den Lastenaufzug verwendet wurde. Hamster wären hier viel zu schwach gewesen, deshalb wurden gewichtige Männer eingesetzt.
Der frühgotische Dom in seiner jetzigen Form wurde 1237 fertiggestellt.

Wie Rom steht auch Bamberg auf 7 Hügeln. Deshalb wird den Füßen beim Bummeln auch nicht langweilig. Rechts unten schon das nächste Ziel: Der Michaelisberg mit dem gleichnamigen Kloster.

Wegen der vielen Hügel gibt es auch immer wieder Ausblicke auf die Dächer Bambergs.

 

Nach so viel Kultur war Abendessen im wichtigsten Bamberger Brauhaus Pflicht, dem Schlenkerla mit seinem berühmten Rauchbier.
Dazu ein Schäufala, eine Schweineschulter mit Kartoffelknödel und Sauerkraut.

Der nächste Tag war einer größeren Radltour durch das Hinterland vorbehalten. Wegen der vielen Flüsse musste man hier gut aufpassen, dass man in der gewünschten Richtung immer wieder auf eine Brücke oder eine Rollfähre stieß. Sonst heisst es, weite Umwege nehmen.

Am 26.6. waren wir schon wieder früh in den Sätteln.
Wir besuchten die Landesgartenschau Bamberg am Mainufer. Hier begrüßte uns gleich ein Baumriese.
 

Aber jetzt sollen nur noch Blumen sprechen.

Durch die Kakteenschau pirschte Winnetou, wohl weil Radebeul nicht weit entfernt liegt.
Was man doch mit Lego alles reparieren kann. ;-)
Da im Preis auch der Besuch der Orangerie am Michaelisberg enthalten war, pilgerten wir noch einmal hinauf. Die Enttäuschung war groß, denn es gab nur einen Raum im Kloster mit Videofilmen. Dafür schenkten die frommen Brüder im Weinberg einen guten Tropfen aus.

26.6.   Bamberg - Aufseß                                                                                   Start 456 km     Ziel 510 km     gef. 54 km

Diese Gemeinde laut Guiness Buch Weltrekordhalter in der Brauereidichte war unser nächstes Ziel. Mit 1500 Seelen 4 Bauerein zu beherbergen, das ist wohl Rekord. Wir wollten natürlich den beliebten Brauerei Wanderweg über gut 15 km gehen und unterwegs alle 4 Brauereien aufsuchen. Der Ort Hochstahl  mit seinem tollen SP Brauerei Reichold war Start und Ziel unserer Wanderung.

Diese Wanderung war wirklich ein Erlebnis. Auf schönen Wanderwegen gibt es Natur pur, wie man sie anderswo fast nicht mehr findet. Wo sieht man heute noch Kornblumen, oder Digitalis?

Ganz entzückend  waren hunderte frisch geschlüpfte Frösche mit etwa 4 mm Größe, die die voller Streß einen etwa 1 m breiten Kiesweg überqueren wollten/mußten.
Alte Mühlen, Fachwerkhäuser, Baumriesen, Felsenformationen säumten unseren Weg. Es wäre wirklich wunderschön gewesen, ja wenn nicht ständig eine Brauerei unseren Tatendrang jäh gestoppt hätte. Wir mußten nämlich in allen 4 Brauereien einkehren und mind. ein Bier trinken, um den begehrten Wandererstempel zu bekommen.

Man muß eben Opfer bringen für die Kultur, lockte doch die fränkische Ehrenbiertrinkerurkunde am Ziel.

Mitten in dieser Idylle ein high-tech Urinal mit eingebauten TV, wohl für ganz langsame Piesler.

Der Hauptort Aufseß kann gleich mit Schloß UND Burg aufwarten. Die Brauerei werden wir mit dem Womo noch besuchen, um einige Mitbringsel zu erwerben.

Und schon ging es weiter zum sehr bekannten Kathi Bräu, einer Pflichtstation aller Motorradfahrer in der fränkischen Schweiz. Ob die alle Sprudel trinken? Na wir haben keinen entdeckt.

Stellenweise entlang des schönen, unverbauten Aufseß Bacherls ging es wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt.

In der Brauerei wurden wir dann bei einem zünftigen Abendessen mit unseren Urkunden belohnt. Hier mußten wir uns auch von unseren Freunden Christl und Bernd verabschieden, denn wir wollten noch Richard Wagner City und abschließend den bayer. Wald besuchen.

27.6.   Aufseß - Bayreuth                                                                                   Start 510 km     Ziel 548 km     gef. 38 km

Die Fahrt nach Bayreuth verlief ereignislos, abgesehen davon, dass die Stadtdurchfahrt durch zahllose Umleitungen und Großbaustellen unsere Pfadfinderkünste wieder einmal heraus forderte. Das Navy war wenig Hilfe. Der SP an der Lohengrin Therme ist abgesehen vom Preis  empfehlenswert und ist an der Kasse des Bades im Voraus zu bezahlen. € 8.- plus vom Automaten alles Weitere für je eine Eurone. Sogar das WC ausleeren geht nur am Geldschlucker. Ist halt der Richard Wagner Zuschlag hihi. Zur Eremitage sind es nur 2 km, aber in die Stadt radelt man 8 km einfach.

Die Eremitage war natürlich ein Pflichtbesuch. Sehr sehenswert.

Die Fassade de Gebäude besteht aus blauen und braunen Mosaiken, was man nördlich der Alpen eigentlich selten findet. Auch mit Gold wurde nicht gespart.

Die Stadt selbst glänzt mit einigen bemerkenswerten Kirchen, die 3 türmige Moderne hat uns am meisten beeindruckt.

Außerdem gibt es den längsten Stadtplatz der mir erinnerlich ist. Er dürfte über 2 km lang sein. Aber auch hier wird gehämmert und gebuddelt. Eine Kellnerin in einem Straßenlokal klagte uns, das ginge schon 6 Jahre so.

In der Nähe des Festspielhauses findet sich die riesige Wagner Büste. Der Kulturtempel im unteren Bild wirkt ein wenig unscheinbar.

links das vorbildlich renovierte Rathaus am Stadtplatz.

29.6.   Bayreuth - Viechtach                                                                                  Start 548 km     Ziel 714 km     gef. 166 km

Nach so viel Städtebesuchen wollten wir den Abschluß gemütlich auf dem CP Schloßbauer verbringen, aber sehet selbst:

Doch nach soviel Anstrengung wurde es gemütlich. Der Schloßbauer gestattete uns, so viel Kirschen zu pflücken, wie wir wollten. Sie waren gerade optimal reif. Da steigt man gerne auf die hohe Leiter.

Ein Bergspaziergang am nächsten Tag hat uns sogar Steinpilze und Eierschwammerl beschert. Ich sage euch, nach der doch ziemlich  anstrengenden Tour war es das beste Mittagessen der gesamten Reise! (In der Not gehts auch mit Brot)

Eine Radltour zum Höllensteinsee war natürlich auch vonnöten, um nicht allzuviel Übergepäck von der Reise mitzubringen. Der See ist ein alter Stausee der schwarzen Regen mit einem Kraftwerk, das man kaum sieht, so geschickt haben es die Erbauer in die Landschaft eingefügt. Die gesamte Tour ist etwa 16 km lang, doch es sind gesamt etwa 600 Höhenmeter zu überwinden.

Unser letzter Besuch galt der Stadt Viechtach mit seinen Museen und der Himmelsstiege.

Nostalgie - Museum

Der Kochtopf-Baum war früher das Zunftzeichen einer ehrsamen, wohlhabenden Ehefrau. .

Der imposante Besitzer ist auch Künstler und hat den Garten und alle Skulpuren selbst geschaffen. Ein letztes, leider nicht ganz erlaubtes Bild aus dem nahe gelegenen Kunstmuseum.

2.7.   Viechtach - Bergheim                                                                                  Start 717 km     Ziel 1078 km     gef. 361 km

Die Heimreise wählten wir durch den Rest des bayer. Waldes nicht direkt über Passau, sondern über Deggendorf, Landau, Eggenfelden, Simbach, da uns diese Strecke bisher unbekannt war und auf gut ausgebauten Bundesstraßen sehr schön zu fahren ist.

Fazit: Es war eine schöne Erholungs- aber auch Erlebnisreise, die  uns die nördliche bayerische Nachbarschaft kennen lernen ließ. Wie man sieht, kann man auch mit weniger weiten Reisen vieles erleben und bemerkt, auch vor der Haustür gibt es vieles zu entdecken.

Warnung: Die Gefahren der nordbayerischen Brau- und Kochkunst sind jedoch nicht zu unterschätzen.

Kurz nach Eintreffen zu Hause erreichte uns diese schöne Urkunde, die uns sehr freut, beweist sie doch, dass wir noch nicht zum alten Eisen gehören, sondern ganz im Gegenteil mit diesem Eisen ganz gut umzugehen wissen.

 

Liebe Grüße an alle Leserinnen und Leser, dann bis zum nächsten mal.

Walter