Süditalien Reise Mai - Juni 2011

Aufgrund unserer guten Erfahrungen mit ACSI CP´s sollten heuer vorwiegend solche angesteuert werden, falls der jeweilige Ort einen ACSI besitzt. Zu etwa 70% war das der Fall,  die Akzeptanz war immer problemlos. Im Rest der Fälle haben wir Sosta Camper aufgesucht, oder sind frei gestanden. In der Vorsaison geht das auch ganz gut. Meine 3 Jahre alte Italien Stellplatzliste mit Koordinaten ist dagegen völlig unbrauchbar geworden. 3/4 der angesteuerten Plätze existieren nicht mehr. Online heisst das Zauberwort.

Erstmalig hatte ich meinen 3Net Qube dabei und damit pausenlos Internet Zugriff, sogar während der Fahrt. Damit ist es ein Kinderspiel, für abends ein gemütliches Plätzchen zu finden. Jaja man wird halt bequemer. Eigentlich möchte ich nur noch Länder ansteuern, die eine bezahlbare Daten-Flatrate anbieten.

17.5.  Abfahrt über Brenner, Modena, Bologna,  Rioveggio                                                                                             km 610
ein kleiner CP erwartet uns. Wer weiss, wo der seine 4 Sterne her hat. Restaurant und Bar wenig kundenorientiert, trotz minimaler Frequenz. Duschen nur mit Extramünze, aber wenigstens sauber. Kleiner Abendspaziergang und morgen gehts eh weiter.

18.5.  Marina di Castagnetto                                                                                                                                             km 795
feiner, kleiner Badeort mit den bizarrsten Pinien, die ich je gesehen habe.   

19.5. Rom - Ostia                                                                                                                                                      km 1103
Zwischenstop in Piombino in der Hoffnung auf einen kurzen Elba Besuch. Aber Wartezeit und Aufenthaltsdauer wären in einen schlechten Verhältnis gestanden, deshalb haben wir es mit einem ausgedehnten Hafenrundgang bewenden lassen. Mittagspause in Talamone, ein verträumtes mittelalterliches Hafenstädchen. Unbedingt sehenswert. Parkmöglichkeit auch für Womo im Hafen. In der VS gratis, HS 1 €/h. Zum Ausgleich für das kräftige Mittagessen haben wir Kommerz- und Yachthafen besichtigt und natürlich die Altstadt mit ihrer Festung erklommen.

Die Weiterfahrt: SS1, Flughafen-Rom, Umfahrungs AB nach Ostia, CP International. Bei der Durchfahrt der Altstadt von Ostia hat mein neues Navgear erstmals Zicken gemacht und mich verkehrt in eine Einbahn jagen wollen.

Erstmals auf dieser Reise sehen wir einen halbwegs belebten Strand. Die Römer sind offensichtlich keine Warmduscher.

 

links: Die Durchfahrt von Ostia.

20. 5. Rom                                                                                                                                                            km 1103
Für € 4.- bekommt man in Rom ein 24 Stunden Ticket für alle Verkehrsmittel. Wirklich preiswert und erspart den Stress an den Automaten. Wir fuhren zuerst per Bus, dann mit der Metro ins Zentrum. Damit nicht immer der Petersdom das Maß aller Dinge ist, besuchten wir zuerst die Basilika St. Paolo....

und natürlich gleich anschließend den Vatikan

Petersdom und Petersplatz sind natürlich schon gewaltige Eindrücke, wenn man sie zum ersten Mal live sieht.

Die ungeheure Menschenmenge wartet stundenlang geduldig auf Einlaß in den Petersdom.

Allgegenwärtig und riesengroß die Bilder vom kürzlich selig gesprochenen Papst Johannes Paul II.

         Auch das bietet Citta di Vaticano:

Würdenträger in Purpur und die niedrigeren Dienstränge in Schwarz eilen geschäftig zu Fuß durch die alten Gassen, die sich durch erstaunlich wenig Verkehr auszeichnen.

Blütenpracht in einer schönen Fußgängerzone und Mittagessen keine 200 m vom Petersdom entfernt zu durchaus bezahlbaren Preisen.

Wieder zurück nach Rom mit dem Bus zum Kapitol, mit dem Monumento a Vittorio Emanuele II, auf dessen Marmorstufen auch heute noch niemand Platz nehmen darf.

Natürlich darf selbst ein Kurzbesuch Roms nicht ohne das Colosseum zu besuchen beendet werden. Trevi Brunnen, Engelsburg und andere Sehenswürdigkeiten müssen warten, wir waren am Ende unserer Geh- und Aufnahmekapazitäten angelangt.

Die heidnischen Skulpturen und der bronzene Reiter sind der Schmuck des Prachtbaues, der zur Erinnerung an die Einigung Italiens dient.

Links das “kleine Colosseum”
Aber weiter geht es zu den Ausgrabungen im ältesten Stadteil.

21.5. Ostia, Strand                                                                                                                                                    km 1103

Faul sein, regenerieren, die wunden Füße pflegen, Heimatfunk ist angesagt. Natürlich müssen wir auch den Strand besuchen, der hier durch solche und ähnliche mondäne Strandbars betreten wird. Diese ziehen sich kilometerlang den gesamten Strand hin. Trotz stolzer Preise sind sie samstagabends alle ziemlich voll mit Gesellschaften in großer Garderobe.
Man merkt schon, Rom liegt nahe mit seinen kaufkräftigen Einwohnern.

Man kann aber auch baden gehen und lange Strandspaziergänge unternehmen, was wir vorgezogen haben.

22.5. Ostia Antica, Ausgrabungen                                                                                                                       km 1103

Auch sehr schön, auch sehr heiss. Jedoch wollen wir uns für Pompei und Paestum auch noch etwas Appetit auf alte Gesteine aufheben. Allerdings sind die Ausgrabungen in Ostia teilweise interessanter, als die im Zentrum des alten Rom.

23.5. Neapel - Pompei                                                                                                                                            km 1417

Über Anzio, Terracina, Gaeta nur über Bundesstraßen, samt kleineren Verirrungen ging es weiter südwärts. Anzio ist eine kleine Hafenstadt, die einen Bummel wert ist, wir haben ihn versehentlich mit dem Womo durch die enge Altstadt ausgeführt. In Terracina fällt besonders der Jupitertempel auf.

Die aufgrund der günstigen geographischen Lage für den Mittagshalt ausgesuchte Stadt Gaeta erwies sich leider als Enttäuschung. Ein großer Wirtschafts- und Marinehafen samt Teilen der US Mittelmeerflotte und sonst nichts. Der gewohnte Berggang nach dem Essen brachte zwar einen schönen Blick auf den Golf, aber von der Stadt sahen wir nur  Kasernen und Wohnblöcke. Die Weiterfahrt versöhnte uns doch wieder mit herrlichen Ansichten auf Strände und Buchten. Erst kurz vor Neapel lenkten wir Richtung Umfahrungs-Autobahn.

24.5. Pompei Ausgrabungen (Scavi)                                                                                                                  km 1417

Der CP Zeus direkt in Pompei liegt ideal, weil die Tore zu den Ausgrabungen nur etwa 100 m entfernt liegen, die Busse zum Vesuv direkt vor dem CP parken und der Bahnhof für eine Fahrt nach Neapel oder Salerno ebenfalls keine 100 m entfernt ist. Trotz dieser vielen Lärmquellen ist der CP erstaunlich ruhig, weil er dicht mit Orangenbäumen bepflanzt ist. Wie blöd, die waren gerade reif. Der eine oder andere Mundraub war unvermeidbar.

Rechts: Die Stadt und im Hintergrund ihr Unheilsbringer

Die Ruinen von oben, im Hintergrund das moderne Pompei

Straßenschilder waren zusätzlich mit den Zunftzeichen versehen, weil die meisten Sklaven nicht lesen konnten.
Das untere Zeichen ist übrigens die Zunft, die den bösen Blick abwehrt und nicht was ihr denkt!

Die Eselkarren hatten damals schon eine genormte Spurbreite, der “Bürgersteig” war bereits erfunden. Die Sklaven mussten auf der meist von Rinnsalen und Fäkalien bedeckten Fahrbahn laufen.

Ein Bild der versteinerten Leichen gehört der
Vollständigkeit wegen dazu.

Pompei behauptet, die best erhaltenen Ausgrabungen des gesamten römischen Reichs zu besitzen. Denn beim Ausbruch des Vesuvs 74 n.Chr. hat die bis zu 400 Grad heisse Asche praktisch die Stadt versiegelt. Die meisten Schäden an der Stadt haben Archäologen ab 1500 angerichtet, die mit mehr Fleiß als Können Teile der Stadt freilegten. Heute wird die Arbeit professionell durchgeführt. Es wird nicht mehr versucht, die Dächer zu rekonstruieren. Alle Dächer wurden durch eine meterhohe Ascheschicht zerstört. Rechts: Brot und Spiele gab es natürlich auch in Pompei.

25.5. Pompei, Ausflug nach Neapel                                                                                                                         km 1417

Wir nahmen die Privatbahn nach Neapel zum HBF G.Garibaldi. Als erstes musste der gigantische Piazza Garibaldi umrundet werden, um den Eingang zum Fischmarkt zu finden. Dieser liegt südlich des Corso Umberto. Es ist der älteste Stadteil mit einem permanenten Markt, der nicht nur Fische bietet. Obst, Gemüse, Haushaltsartikel, Stoffe, also fast alles was die Neapolitaner brauchen. Die Preise sind recht günstig. Generell ist das Preisniveau, abgesehen vom Kirchen- und Touristenviertel angenehm niedrig.

Von diesen Fischhändlern werden gut 25 bis 30 in einer einzigen langen Gasse zu finden sein. Unser erster Eindruck, daß die alle fürchterlich untereinander streiten, erwies sich als falsch. Sie unterhalten sich ganz einfach auf napolitanische Weise.
Wegen der Enge der Gassen gibt es hier wenig Touristen, aber das Tragen von Geldbörsen etc in den vorderen Taschen ist durchaus empfehlenswert, da es hier häufig zu “zufälligen” Körperkontakten kommt..

Auch das ist Neapel. Die Berichte von den Müllbergen sind leider wahr. Die Einheimischen werfen jedoch Plastik, Papier, Essensreste achtlos auf die Straße, somit sind sie nicht ganz schuldlos.

Castel S. Elmo                                Castel Nuovo am Hafen

Wo immer wir herum wanderten, immer wieder fiel unser Blick auf den mächtigen Festungsberg mit dem Castel Elmo.
Es kam, wie es kommen musste, wir beschlossen ihn zu erwandern. Erst die steilen gepflasterten Gässchen bergwärts, dann gefühlte 1000 Steinstufen. Aber wir haben es geschafft und der Blick auf fast ganz Neapel hat uns belohnt. Beim Abstieg wählten wir die Route so, daß wir direkt im Kirchenviertel ankamen. Es soll 50 Kirchen in Neapel geben, ich habe sie nicht gezählt.

Fazit: Es war ein anstrengender, aber auch sehr beeindruckender Tag. Beraubt wurden wir nicht. Unsere dänischen CP Nachbarn hatten nicht so viel Glück: Dem Mann wurde eine Goldkette vom Hals gerissen und er dabei leicht verletzt.

26.5. Pompei, Ausflug zum Vesuv                                                                                                                          km 1417

Der Ausflug erfolgte in 4 Etappen.
Vom CP Zeus fuhren wir mit einem Bus der Stadt zum “Basislager”. Hier erwartete uns der obige 4WD Bus.

Über abenteuerliche Straßen wühlte er sich den Berg hinauf bis knapp 1000 ASL. Die letzten 20 Minuten bis zur Capannuccia mußten wir uns höchstselbst erwandern. Aber es war kurzweilig. Talwärts herrliche Sichten auf Neapel und bergwärts blühhenden Ginster in Unmengen. Oben wurden wir von einem Guide erwartet, denn alleine darf man den Kraterrand nicht begehen. Man kann etwa 3/4 des Kraterrandes umgehen, der Rest ist den Seismologen vorbehalten.
Einige Einzelheiten aus seinem humorigen Englischvortrag:
Letzter Ausbruch 1944, die auch die eigenartige Felsformation im unteren Bild erzeugte. Hauptausbruch 74 vor Chr. Alle Einwohner von Pompei, Ercolano,
S. Giorgio und der umliegenden Dörfer kamen dabei um. In der damaligen Todeszone leben heute über 1 Mio Menschen, aber es gibt keinerlei Evakuierungspläne, da die AB und Staatstraßen alle um den Vesuv herum führen. Evakuierung per Schiff und Flugzeug ist aussichtslos. Meine Frage, was denn bei einem Großausbruch passiert, beantwortete er philosophisch: God will get one Million of Angels within hours.

Müde, aber wohlbehalten vom Vesuv heimgekehrt, lockte schon wieder das Weib, diesmal mit Orangen.
In jedem Paradies gibt es halt andere Früchte. Wir wurden aber nicht vom Erzengel vertrieben. Das CP Personal schätzt die Früchte ohnehin nicht, denn heruntergefallene Orangen werden einfach aufgesammelt und im nächsten Müllcontainer entsorgt.

27.5. Paestum                                                                                                                                                          km 1519

Weiter ging es über Castelamare, eine schöne Thermenstadt südlich von Pompei, Salerno nach Paestum. Etwa 20 km vor Paestum entdeckten wir diese äußerst liebevoll gestaltete Verkehrsinsel.

Unser erster Eindruck in Paestum war der uralte dem Verfall preisgegebene Bahnhof, weil das Navi uns unbedingt über den längst stillgelegten Bahnübergang führen wollte.

Den SP an der Azienda Bufala fand es dagegen wieder auf Anhieb. Welch ein Glück, daß wir gerade passend zu Mittag kamen. Es gibt eine kalte Platte mit allem, was der Büffel hergibt. Nicht nur die berühmten Büffel Mozzarelle, sondern noch 7 andere Sorten von Käse, sowie diverse Salami und andere Fleisch Köstlichkeiten.
Den SP nahmen wir jedoch nicht in Anspruch, da man hier wirklich in der Pampa wohnt.

Solcherart gestärkt ging es weiter zu den Ruinen der ehmaligen griechischen Handelsniederlassung.

Der Versammlungssaal und die Akropolis sind noch in einem bemerkenswert guten Zustand.
Sonstige Artefakte sind nicht immer gut zuzuordnen und auch in der Regel wesentlich schlechter erhalten. Die zweifellos vorhanden gewesenen Säulen und Statuen sind längst von geschäftstüchtigen Italienern in Bares verwandelt worden.

Natürlich gabe es entlang der antiken Straße Trödel aus 2 Jahrtausenden zu bestaunen und zu kaufen. Naja ein tönerner Poseidon hat sich auch zu uns verirrt.

Den Rest des Tages haben wir wieder dank ACSI direkt am Meer gestanden und prima Badetemperaturen vorgefunden

28.5. & 29.5. Matera                                                                                                                                                   km 1726

Oben die steinerne Kirche, rechts der Canyon.

Die Fahrt in das Landesinnere über den Mount Marmo, der uns in eine Höhe von 1249 m führt, ist ein ganz besonderes Erlebnis, besonders da wir von absolut 0 m ASL gestartet sind. Über Potenza nähern wir uns über sehr gut ausgebaute Bundesstraßen Matera.
Die uralte Stadt in und am Felsen. Trotz vieler schon gesehener Bilder ist man einfach sprachlos, wenn man zum ersten mal in der Stadt am Canyon steht. Zumindest uns erging es so.
Die Sassi am vis-a-vis Hang wurden schon in der Steinzeit als Wohnung genutzt. In der Stadt wurde die letzten Höhlenwohnungen um 1950 wegen untragbarer hygienischer Verhältnisse verlassen.

Die beiden in den gängigen SP Listen aufgeführten SP wurden aufgelassen. Dafür haben wir folgenden entdeckt: Azienda Agricola für € 10.- plus € 1.- pro Person.  N40.6526520  O16.6063383

Berührend sind die Bilder, die auf dem Plateau moderne Gebäude zeigen und unten die noch immer vorhandenen Sassi-Wohnungen, auch wenn sie nicht mehr bewohnt sind.

Diese letzte Sassi Wohnung ist als Museum erhalten und kann gegen einen kleinen Eintritt besichtigt werden. Es war eine Weberwohnung. Mensch und Tier und sogar der Webstuhl haben hier auf kleinstem Raum das Auslangen finden müssen.

Gut, daß die Gerüche nicht erhalten geblieben sind.

30.5. 31.5. Alberobello/Capitolo                                                                                                                                 km 1865

Kurz nach Matera verließen wir die Basilicata und erreichten Apulien. Daß man Apulien erreicht hat, merkt man sofort an den Steinmauern, die sich im Landesinneren kilometerweit hinziehen. Sie sind immer ohne Mörtel errichtet.
Die Fahrt über Altamura, Santeramo, Gioia, Noci war zwar oußerorts herrlich, aber die erwähnten Städte hatten es in sich. Keinerlei Umfahrung, enge Altstädte, eine Einbahnregelung, die willkürlich gehandhabt wird.....
Mein Navgear stieg bei jeder Stadtdurchfahrung aus und bei mir versagte manchmal das Deo, wenn trotz Mitbenützung des Gehsteigs nur mehr 2cm links und rechts übrig blieben. Aber wir haben doch noch Alberobello erreicht. Die Besichtigung der Trulli City erfolgte natürlich in der Mittagshitze unter vielen Touristen. Wie das in der HS aussieht möchte ich lieber nicht wissen.

Viele der Trulli sind noch bewohnt und sind sauber und erstaunlich modern eingerichtet.
Links ein Trulli-WC auf der Gasse. Die Symbole auf den Dächern helfen auch dem Briefträger.

Von der langen Besichtigung erhitzt war die Lust auf ein Bad in der nur 30 km entfernten Adria natürlich verständlich. Dazu kommt, dass die beiden ACSI in Alberobello wirklich nicht verlockend aussehen und noch dazu weitab jeglicher Zivilisation liegen.

Nix wie hin nach Capitolo zum CP Atlantide, der zwar kein ACSI mehr ist, aber um € 20.- in der VS akzeptabel erscheint. Schwimmbad, direkter Meerblick vom Womo aus, gutes Restaurant, unzählige freie Badebuchten mit herrlich klarem Wasser, aber weil Felsenstrand, sind Schwimmschuhe oder Flossen empfehlenswert. Es ist überhaupt ein Schnorchelparadies und kann gut mit Krk etc mithalten. Kleine bis mittlere Fische könnte man mit einer einfachen Harpune leicht erlegen.

Wir hätten es leicht noch ein paar Tage hier ausgehalten, aber der Weg nach Norden ruft halt unerbittlich. Wir saßen mit einem deutschen Pärchen, das zufällig dasselbe Womo wie wir besitzt, noch beim Abendessen auf einer Terrasse. Der Wein war gut, das Essen war gut, aber der Ober war der stupideste, den wir jemals erlebt haben. Es war fast schon wieder lustig.
Noch eine Info für Amateurfunker: Dieser südlichste Punkt der Reise brachte jeden Tag Heimatkontakte mit S8 mit einer nur 12 m langen und etwa 8 m hoch aufgehängten Antenne auf 7 MHz.

1.6. Roseta degli Abruzzo                                                                                                                                       km 2270

Ganztags Dauerregen, Gewitter. Für den Zwischenhalt nur einen SP aus der Liste gesucht. Auch aufgelassen. Frech freigestanden am Lungomare auf einem neu asphaltierten Parkplatz einer Ferienanlage. Dazu bekamen wir noch gratis ein Konzert einer montenegrinischen Jugendkapelle samt Tanzgirls direkt vor der Haustür geboten. Die Vorbereitungen für den Nationalfeiertag waren schon bemerkbar.

2.6. 3.6. Cesenatico /Rimini                                                                                                                                      km 2517

Der Nationalfeiertag Italiens, alles was 2 oder 4 Räder hat, setzt diese auch ein. Die ersten 40 km bis Bari haben wir auf der SS16 schon fast 2 Stunden gebraucht. Deshalb ab auf die AB über Foggia und durch bis Rimini-Nord.  ACSI in Cesenatico. Außer einigen schönen Radltouren durch die anderen benachbarten Badeorte gibts hier nicht mehr viel zu berichten. Der Strand war uns bereits zu voll. Süditalien liegt halt hinter uns.

4. 6.  Grado                                                                                                                                                              km 2825

Was als gemütlicher Übernachtungs-Stopp gedacht war, erwies sich als Abenteuer erster Güte. Es war den ganzen Abend schon drückend schwül und es gewitterte immer wieder leicht in der Gegend herum. Aber um Mitternacht legte ein Unwetter los, wie wir es im Womo noch nicht erlebt hatten. Sturm, Hagel, Blitzeinschläge, Starkregen, alles gleichzeitig. Wir hielten es im Bett nicht mehr aus und mussten tatenlos zusehen, wie draussen alles mögliche vorbei flog. Sat-Stative, Tische, Stühle, Markisen, eben alles was nicht niet- und nagelfest war. Unseren Sachen ist soweit nichts passiert, außer daß eben zuhause dann eine Generalreinigung aller Außenmöbel anstand. Auch das Womo wurde von keinem “Geschoß” getroffen.

5. 6.  Bergheim / Sbg                                                                                                                                                        km 3237

Weil wir, wie meist die letzte Strecke durch das Kanaltal fahren, statt die AB zu nutzen, kommen wir immer zu einen Bummel durch das kleine mittelalterliche Städchen Venzone.
Im großen Friaul  Erd- beben 1976 lag es im Epizentrum. Die Altstadt wurde fast völlig zerstört. Was ein fachkundiger Wiederaufbau leisten kann, wird hier stolz demonstriert.

Venzone ist außerdem die heimliche Hauptstadt der Lavendel Kunst. Alles was aus und mit Lavendel machbar ist, wird hier präsentiert und verkauft.

Die Weiterfahrt wollten wir wegen des großen Rückreiseverkehrs auf der AB fortsetzen, was wir dank EU Schengen Abkommen mit 1,5 Std. Stau büßen mussten.

Zusammenpressen des gesamten Bundesstr.- und AB Verkehrs auf eine einzige Fahrspur und dann winkte die Polizei alles unkontrolliert durch. >>>Schilda dein Name ist EU!<<< Da am Tauern schon wieder Stau samt Blockabfertigung durchgesagt wurde, haben wir kurzerhand beschlossen, noch den Katschberg, Lungau und Obertauern zu besuchen. So kamen wir zwar spät, aber unversehrt zuhause an.

Wir haben ein schönes Stück Italien kennen gelernt und werden noch lange davon zehren.

.