23. 6.  Bran - Bukarest  160 km

Anfangs eine sehr schöne, abwechslungsreiche Fahrt über die Ausläufer der Karpaten mit Almlandschaften und Serpentinen.
Später in der Ebene werden die Strassen zwar besser, aber es sind sehr viele Orte zu durchfahren, was den Reiseschnitt wieder drastisch verringert.

Die Ankunft in Bukarest mit zugehöreriger CP-Suche lässt uns die besondere Fahrweise der Bukarester kennen lernen. Ampeln, Schilder, Verbote sind so eine Art unverbindliche Empfehlungen. Aber irgendwie geht es sich immer wieder aus, weil niemand krampfhaft auf seinen Vorrang besteht.
Der CP verdient keine besondere Erwähnung, oder gar ein Bild. Es ist eine geteerte Fläche mit Stromanschluss und Dusche / WC.
Die Busrundfahrt durch Bukarest zeigt uns das Bild einer von vielen Millionenstädten, die dank globalisierter Konzerne immer verwechselbarer werden. Natürlich darf auch ein Fototermin am “Palast des Volkes” nicht fehlen, den der an Grössenwahn leidende Diktator Nikolai C. errichten liess. Es ist das drittgrösste Gebäude der Erde und wird heute als Parlament genutzt.

Links der Pressepalast.

 

 

 

 


Rechts der berüchtigte Palast des Volkes.

 

Der Boulevard  musste auf Befehl des Diktators um 3 cm breiter als der Champs Elisee in Paris angelegt werden. Dazu wurden alle Altstadtwohnungen in dem Bereich abgerissen und über 200 000 Bukarester wurden obdachlos.

Verkommen und triest sieht es in den Seitenstrassen aus.

Schotterstrassen in einer Millionenstadt, ja wo gibts sowas im 21. Jahrhundert noch? Bukarest bekam von mir den Titel “Hässlichste europäische Hauptstadt.”

Der Versuch, zu Fuss die Reste der Altstadt zu besuchen wurde schnell wieder beendet.

Aaaaber es gibt einen versöhnlichen Ausklang. Das Caru`Cu Bere. Die wohl schönste Gastwirtschaft, die ich jemals gesehen und besucht habe. Ein rumänischer Millionär hat sich einen Jugendtraum erfüllt. Dazu ist er jahrelang durch Europa auf der Suche nach dem schönsten Pub oder Biergashaus gereist. Mit diesen Eindrücken hat er dann das geschaffen:

24. 6.  Bukarest - Constanta  250 km

Die Reise ans schwarze Meer fängt mit einer Geduldsprobe in Bukarest an. Der schöne Name Aussenring Umfahrung verleitet dazu, Bukarest zu umfahren. Es ist das absolute Chaos. Für 23 km brauchen wir 2 1/2 Stunden.

Aber dann kommen gut 150 km neue (einzige) Autobahn. Die restliche Landstrasse bis Constanta ist interessant und gibt oft schöne Ansichten auf Brücken und Schleusen.

25. 6. Mamaia,  gefahrene km: absolut 0

Constanta bietet ein widersprüchliches Bild. Einerseits dominieren noch oft die alten Wohnsilos aus kommunistischer Zeit. Andererseits zieren neue Villen und Hotels das Stadtbild. Diese lassen nichts an bester Ausstattung vermissen.

Besonders schön finden wir, dass viele Kreuzungen und Kreisverkehre mit alten ausrangierten Schiffen verziert sind.

Wir müssen aber weiter nach Mamaia, dem bekanntesten Badeort an Rümäniens Schwarzmeerküste.

Nach des Tages Müh und Pein, darf auch kurz gefeiert sein.

Doch das viele fette Essen ist recht schnell vergessen

mit diesem feinen Fett- Verbrenner.
Oh ja das ist der Renner!

Faul sein, Ausspannen und Schwimmen  ist das Motto des nächsten  Tages. Der kleine Junge präsentiert stolz seine Tagesarbeit. Er will später einmal Bauingenieur werden.

Der CP Holliday ist bestens ausgestattet mit Restaurant und Mini Markt.  Man merkt,  dass Mamaia eine gern besuchte Touristengegend ist.

Das schwarze Meer ist eigentlich enttäuschend:  ;-))  Erstens ist es gar nicht schwarz, sondern blaugrün und zweitens hat es nur einen Salzgehalt von 0,19%. Also ist es nichts mit leichterem Schwimmen wie im Mittelmeer. Das kommt daher, weil das schwarze Meer von Donau und Dnjepr gespeist wird und zum Marmarameer über den Bosporus gibt es nur nennenswerten Wasseraustausch Richtung Ägäis, aber es kommt kein Wasser zurück.

26. 6. Busausflug nach Tulcea und Schiffahrt ins Donaudelta

Schon geht es an Bord zum Besuch des Donaudelta

 

Links:
Piratinnen unter sich

Unser Traumschiff

Eine übermütige Gruppe von Pelikanen spielt mit uns. 50 m vor dem Schiff fliegen sie auf, um sich 200m weiter wieder nieder zu lassen. Immer knapp ausser einer guten Foto Reichweite.

Hier ist Mittagspause, aber gottseidank essen wir im Schiffsrestaurant

Auf den verwinkelten Donau Seitenarmen und Querkanälen ist die Natur streng geschützt. Lediglich das Schilf darf alle 4 Jahre geschnitten werden, damit es nicht verfiltzt. Unzählige Vogelarten von den Pelikanen über Reiher bis zu den Kormoranen haben hier ihre Heimat.

Nach soviel Natur fordert diese auch bei uns erste Opfer.
 

Rückfahrt über einen mächtigen Donau Hauptarm nach Tulcea

Für den abendlichen Fototermin sind alle wieder fit.

27. 6.  Mamaia - Braila  230 km

Nach einem letzten Sprung ins schwarze Meer wird der Weg Richtung Norden angetreten. Die gefundene Abkürzung hat sich leider als suboptimal herausgestellt. Der Standardweg über Constanta ist sicher einfacher.
Der Weg ist von einer gigantischen Donaubrücke gekennzeichnet, die nach einer Maut von 8 Lei steil hinauf und ebenso steil hinunter befahren werden darf.
Nähert man sich der alten Industriestadt Braila, grüssen schon von Weitem Industrieruinen. Die grösste Fabrik hatte in der kommunistischen  Zeit 50 000 Arbeiter. Heute wurde sie von privater Hand wieder eröffnet mit 12 000 Arbeitern. Böse Zungen sagen: Früher haben auch  12 000  Leute gearbeitet, die anderen waren nur da.

Riesige Felder, grosse Herden und dünne Besiedlung zeichnen die Walachei aus.

 

Die zierlichen Pferdchen dieser Gegend haben es speziell unseren weiblichen Mitreisenden angetan

Der CP ist schlicht und begrüsst uns gleich mit einem Riesenaufgebot Feuerwehr und sonstigen Einsatzfahrzeugen. Knapp nebenan ist ein Buschfeuer ausgebrochen.

Unser Reiseleiter Peter warnt uns, dass am CP zwei riesige Rottweiler Nachtwache halten, denn nach 22 Uhr werden sie freigelassen.  Ins Freie zum kleinen Geschäft zu gehen, meint er wäre sehr leichtsinnig.

Aber wir haben heute andere Sorgen: Heinz hat seinen 70. Geburtstag und wir feiern den 38. Hochzeitstag. Stimmgewaltig vorgetragene Ständchen rühren uns richtig und natürlich gibt es dann etwas, zu dem man sich “noroc” wünscht. Prost darf man in RO nicht sagen, denn das heisst dumm!

Allzulange dauert das Feiern auf diesem CP ohnehin nicht,  denn ein kräftiges Gewitter mit Starkregen treibt uns schon vorher in die Wohnmobile. Ob das Donnerwetter mit unserern 38 Ehejahren etwas zu tun hat?

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