28. 6. Braila - Bicaz Staumauer 
310 km

Ein reiner Fahrtag erwartet uns heute. Es geht über Galati, Tecuci über Marasesti auf die gut ausgebaute Autostraße 2 nach Bacau. Eine schöne größere Stadt, die sehr gepflegt und wohlhabend wirkt. Hier merkt man bereits stark den Unterschied zum Süden des Landes, der irgendwie an der Schwelle zur Neuzeit stehen geblieben scheint.

Neugebaute Kirchen in jeder Stadt überraschen uns immer wieder über die tiefe Frömmigkeit der Rumänen

Über Piatra Neamt geht die Fahrt die enge Straße entlang vieler Villen und Wochenendhäuser zum Stausee nach Bicaz .

Der CP am Fuß der  Staumauer des Stausees Izvorul Muntelui ist unser heutiges Ziel. Ganz wohl fühlten wir uns nicht direkt an der 60 m hohen Mauer.

Da der Restaurant Betreiber von uns nicht recht begeistert ist, sind wir es auch nicht von ihm und verpflegen uns selbt. Endlich werden einmal die Reste gegessen.

29. 6.  Bicaz - Sucevita  200 km

Weiterfahrt in Richtung der Moldau Klöster. Vom Fuß der Staumauer fahren wir in engen Serpentinen auf die Krone. Die Überquerung wird nur nach strengen Blicken der Security gestattet. Anschließend geht es über 20 km den nicht enden wollenden Stausee entlang. Der Blick auf den halbkreisörmigen See ist ein Traum und zwingt uns immer wieder zu kurzen Stopps. Hier sind viele Feriendörfer entstanden, die Seenlandschaft mit alm-ähnlichem Flair kombiniert, lockt wohl viele.

Die Fahrt verläuft für die Beifahrer sehr abwechslungsreich mit Aussichten auf Blumenwiesen, freilaufende Pferde, Rinder, Schafe, auch auf den Straßen. Die Fahrer bekommen davon weniger mit, da der Blick ständig auf das nächste Schlagloch gerichtet ist.

Ein großes Hotel-Restaurant mit angeschlossenem CP überrascht uns in Sucevita. Alles neu gebaut und sehr geschmackvoll angelegt. Hier wird gerade eine Hochzeit gefeiert, was in Rumänien zwei Tage dauert.

 

Das Abendessen im Restaurant verläuft nicht ganz nach unseren Erwartungen, weil das Personal hoffnungslos “überlastet” ist. Der Kellner bringt auch jedes Glas Bier einzeln. Ganz ausgestorben ist die Planwirtschft noch nicht.

Der Spaß am CP mit zusammengerückten Tischen und Sesseln mit dezent verkosteten Spezialitäten aus so manchem Womo bleibt dafür umso länger und besser in Erinnerung.

30. 6.  Busfahrt zu den Moldau Klöstern

Kloster Sucevita ist natürlich als erstes an der Reihe, ist es doch das größte der Moldau Klöster mit imponierenden Wehrmauern und Türmen.Das Zentrum des Interesses ist natürlich die Klosterkirche mit ihren berühmten Außenmalereien aus dem 15. Jh.
Eine deutsch sprechende Nonne erklärt die Bilder in ihrer logischen Abfolge, wodurch wir die Bilder eigentlich erst vernünftig zuordnen können. Es ist erstaunlich, wie die auf den ersten Blick naiv aussehenden Bilder auf uns wirken. Besonders die Himmelsleiter ist sehr beeindruckend.

Auf dem Weg liegt nach einer Einkaufsmöglichkeit für schwarze Keramik auch ein altes Salzbergwerk, das wir Gehfreudigen trotz seiner knapp 200 Stufen auch besichtigen.

Glück auf

katholische Kirche und Marienbild in Salz

Ikone aus der orthodoxen Kirche.

Beide Kirchen sind untertags errichtet, um den katholischen polnischen Gastarbeitern und den einheimischen orthodox. Arbeitern die Möglichkeit zur Meßfeier zu geben.

Rechts: Ja sogar Salz kann man im Salzbergwerk sehen

Die weiteren Klöster Humor und Voronet sind kleiner als Sucevita, aber teilweise besser erhalten oder restauriert. Hier sehen wir, wie mit Skalpell und winzigen Pinseln gearbeitet wird, um die wertvollen Malereien zu erhalten und aufzuhellen. Weihrauch darf hier nicht mehr benützt werden. Der ist maßgeblich für die Schwärzung der Bilder im Inneren der Klöster verantwortlich.

Von den Nonnen, die die Führungen leiten wurde das auch für das Fotografierverbot angegeben, was jedoch bezweifelt werden darf. Vielmehr wollen sie ihre Bildbände verkaufen. Im Zeitalter der Digitalfotografie eigentlich ein Anachronismus.

Ausge- rechnet beim Kloster Humor begegnet uns ein Rumäne auf seinem letzten Weg.

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